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                                    Coverstory I 35Das Fundament f%u00fcr ein urbanes, durchmischtes Leben ist damit gelegt. Doch wer in Bocholt 50 Meter hoch baut, wirft unweigerlich Schatten %u2013 manchmal eben auch auf das Gem%u00fct der Anwohner. Dass sich diese Skepsis gerne mal in digitalen Kommentarspalten entl%u00e4dt, sollte man niemandem krummnehmen. Schlie%u00dflich steht im Langenbergpark unser legend%u00e4rer %u201eMeckermann%u201c %u2013 eine kleine Statue, die mit erhobenem Zeigefinger und dem im Sockel gemei%u00dfelten Satz %u201eIch bin dagegen%u201c auf Parkregeln hinweist. Wann genau dieser Reflex in die Bocholter DNA %u00fcbergegangen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Anstatt diese Haltung an den Pranger zu stellen, nehmen wir sie mit einem Schmunzeln an. Zeit f%u00fcr uns, in die Rolle des Advocatus Diaboli zu schl%u00fcpfen. Hei%u00dft: Wir machen uns an dieser Stelle ganz bewusst zum %u201eAnwalt des Teufels%u201c, nehmen die Position der Kritiker ein und spiegeln lediglich die ungefilterten Kommentare aus den sozialen Netzwerken wider. Nicht, weil es unsere Meinung ist, sondern um genau dort nachzuhaken, wo sich die Entr%u00fcstung (bislang) entl%u00e4dt. Lass uns %u00fcber die harten Kommentare aus den sozialen Netzwerken sprechen. Da fallen S%u00e4tze wie: %u201eEin h%u00e4sslicher Stahlbau!%u201c, %u201eViel zu modern!%u201c, %u201eDas passt nicht nach Bocholt!%u201c %u2013 und vor allem sp%u00fcrt man die Angst der Anlieger vor ewiger Dunkelheit. Florian, was entgegnet ihr denen, die f%u00fcrchten, dass ATEA 2.0 ihnen buchst%u00e4blich die Sonne nimmt? Florian Schillings: Wir nehmen diese %u00c4ngste absolut ernst, begegnen ihnen aber ganz bewusst mit Fakten. Wir haben im Vorfeld eine detaillierte Schattenstudie erstellen lassen. Diese Visualisierungen zeigen glasklar: Der Schattenwurf f%u00e4llt selbst im August fast komplett Richtung Norden auf die breite M%u00fcnsterstra%u00dfe. Wir verdunkeln definitiv nicht die Nachbarschaft. Zum Vorwurf des %u201ah%u00e4sslichen Stahlbaus%u2018: Genau daf%u00fcr haben wir dieses umfassende Begr%u00fcnungskonzept mit echten B%u00e4umen und der lebendigen Second-Skin-Fassade entwickelt. ATEA 2.0 wird kein toter Klotz, der sich der Stadt verschlie%u00dft, sondern ein durch und durch gr%u00fcnes Statement.%u201eTreffer versenkt%u201c %u2013 w%u00fcrde man beim Spiel %u201eSchiffe versenken%u201c sagen. Ein Fakt, der sitzt. Doch das n%u00e4chste kommentierte Unbehagen l%u00e4sst im Netz meist nicht lange auf sich warten: Wer 100 neue Wohnungen in ein bestehendes Quartier pflanzt, bringt unweigerlich die Angst vor der gro%u00dfen Blechlawine mit sich.Schatten w%u00e4re also gekl%u00e4rt. Aber was ist mit dem Verkehr? 100 Wohnungen bedeuten in Bocholt statistisch fast 200 Autos plus Fahrr%u00e4der. Wo sollen die alle hin? Die Nachbarn haben v%u00f6llig zu Recht Angst, dass ihre Stra%u00dfen demn%u00e4chst komplett zugeparkt werden.Florian Schillings: Das Problem haben wir absolut auf dem Schirm. Wir werden nicht nur ausreichend Parkpl%u00e4tze zur Verf%u00fcgung stellen, sondern sogar mehr bauen, als rechtlich %u00fcberhaupt von uns gefordert wird. Auch f%u00fcr Fahrradstellpl%u00e4tze ist in gro%u00dfem Stil gesorgt. Der Clou ist, wie wir das baulich l%u00f6sen %u2013 und das ist eigentlich ganz simpel: Wir graben kein tiefes Loch. Das Grundst%u00fcck f%u00e4llt zur M%u00fcnsterstra%u00dfe ordentlich ab. Genau dort unten bauen wir unsere Garage. Man f%u00e4hrt quasi ganz normal auf Stra%u00dfenh%u00f6he hinein. Weil das Ganze aber in einer Senke liegt, verschwindet das Parkdeck von oben %u2026 von der Wagenfeldstra%u00dfe betrachtet %u2026 komplett unter der Erde. Wir nutzen dieses nat%u00fcrliche Gef%u00e4lle des Areals clever aus.Damit w%u00e4ren die technischen und logistischen Bedenken pulverisiert. Bleibt die psychologische H%u00fcrde: die MeckermannDNA. Die tief verwurzelte Skepsis gegen%u00fcber vielem, was den vertrauten Horizont %u00fcberragt.Technisch habt ihr auf alles eine smarte Antwort. Aber wie geht ihr mit Aussagen wie %u201eEin Hochhaus geh%u00f6rt nach Frankfurt, das passt nicht zu uns%u201cum? Braucht man ein dickes Fell, wenn man diesem Denken einen Spiegel vorh%u00e4lt?Florian Schillings: Ich kann absolut verstehen, dass ein 50-Meter-Turm erst einmal Respekt einfl%u00f6%u00dft und bei manchen Fragen aufwirft. Wir reden hier schlie%u00dflich %u00fcber das Gesicht unserer Stadt. Schade finde ich es nur, wenn aus gesunder Skepsis ein pauschales %u201aDagegen%u2018 wird, bevor man sich die Fakten ansieht. 
                                
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