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Coverstory I 29Florian Schillings: Zun%u00e4chst einmal haben wir alle sch%u00f6nen Gedanken in die Tonne verbannt, um wieder nahezu bei Null zu starten. Wie? Indem wir alle Gedanken auf den Tisch gebracht haben %u2013 Brainstorming halt. Aus reiner Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ging es gar nicht anders, als den 25 Meter hohen Bestand zwingend einzubeziehen. Isil Schaeffler: Das trifft nat%u00fcrlich exakt den Nerv unserer Zeit. Wusstest du, dass Bauabfall zu den gr%u00f6%u00dften M%u00fcllstr%u00f6men Europas geh%u00f6rt und fast drei%u00dfig Prozent unseres Gesamtm%u00fclls ausmacht? F%u00fcr einen Investor ist es eigentlich immer der einfachere Weg, zu sagen: Komm, mach das Ding einfach platt und wir bauen neu. Dass Flo genau das nicht getan hat, sondern wir den alten Bestand integrieren, macht dieses Projekt unglaublich wertig. Wir setzen auf intelligentes Upcycling, denn Sanierung hat heute nicht nur eine %u00f6kologische, sondern eine knallharte wirtschaftliche Bedeutung.Architektonisch haben wir das so gel%u00f6st: Wir lassen den alten Bestand stehen und docken den Neubau einfach wie einen Rucksack dran. Daraus entsteht eine Art Kranhaus, das wir in der Vertikalen noch ein wenig eindrehen. So retten wir nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern machen das Geb%u00e4ude optisch richtig spannend.Upcycling auf einem v%u00f6llig neuen Level. Wo andere einfach die Abrissbirne anrollen lassen, macht dieses Duo den alten Bestand zum Herzst%u00fcck eines hochmodernen Turms. Ein architektonischer Geniestreich. Er f%u00fchrt uns direkt zu den harten, nachhaltigen Fakten, mit denen ATEA 2.0 k%u00fcnftig nicht nur die Skyline pr%u00e4gen, sondern den leidenschaftlich diskutierenden Meckerm%u00e4nnern im Stadtgespr%u00e4ch auch charmant den Wind aus den Segeln nehmen d%u00fcrfte.Und seine Antwort war das sch%u00f6nste Lob, das man als Architektin bekommen kann. Er sagte: %u201eNein, ich bin hier, weil ich das Gef%u00fchl habe, ihr brennt f%u00fcr das, was ihr tut.%u201c Ein Vertrauensvorschuss in dieser Dimension ist f%u00fcr uns die st%u00e4rkste W%u00e4hrung %u2013 und genau der kreative Z%u00fcndstoff, den ein solches Projekt braucht.Wenn jemand mit so einer Vision zu uns kommt und sagt: %u201aMacht mal!%u2018, dann geht es nicht mehr darum, einfach nur Raummeter zu verplanen. Dann m%u00f6chtest du nicht blo%u00df Architektur abliefern, sondern ein Meisterst%u00fcck erschaffen, das der Stadt wirklich etwas Einzigartiges gibt. Ich bin unfassbar stolz darauf, was Marvin Schl%u00fctter und das ganze Team kreiert haben.Leidenschaft als harte W%u00e4hrung in der Projektentwicklung. Ein Faktor, der in keiner Wirtschaftlichkeitsberechnung steht und doch den Unterschied zwischen einem seelenlosen Betonklotz und einem echten Wahrzeichen ausmacht. Flo und Isil spielen sich gekonnt die B%u00e4lle zu. Man merkt, wie die DNA dieser beiden Firmen perfekt matcht. Aber Leidenschaft und Begeisterung bauen am Ende keine 50 Meter hohen Leuchtt%u00fcrme. Um das durch Zinswende und KfW-K%u00fcrzungen quasi totgesagte Projekt ATEA wieder wirtschaftlich auf die Beine zu stellen, brauchte es einen konzeptionellen Geniestreich. Dass dieser Turnaround gelingen konnte, verdankt das Projekt einer geradezu perfekten Symbiose %u2013 einer glasklaren Aufgabenteilung zwischen den Projektentwicklern und dem Team von STUDIO S Architekten.Leidenschaft ist ein starker Motor, aber in der Realit%u00e4t wehte euch ein kalter Wind ins Gesicht. Das erste Konzept ATEA 1.0 lag im wirtschaftlichen Wachkoma. Wie habt ihr es geschafft, dieses Mammutprojekt wieder zu reanimieren? Und %u2026 wie schlagt ihr den Knoten durch, um ATEA 2.0 wirtschaftlich und bautechnisch an den Start zu bringen?Worauf wir als Region unter anderem stolz sein d%u00fcrften %u2026 und da sprechen die harten Fakten f%u00fcr sich: Bocholt spielt in der Champions-League der Industrieparks:Mit rund 360 Hektar ist der Industriepark Mussum der gr%u00f6%u00dfte zusammenh%u00e4ngende, voll erschlosseneIndustriepark in ganz Nordrhein-Westfalen.Allein dort ballt sich die Wirtschaftskraft von 380 Unternehmen, die rund 7.000 Menschen Besch%u00e4ftigung garantieren.Quelle: www.bocholt.de/umwelt-und-bauen/stadtplanung/industrieparkerweiterung

