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Coverstory 31 ISecond Skin und gr%u00fcneLungen%u00a0%u2013 die %u201eAnatomiedes Leuchtturms%u201cWir tauchen tief in die DNA dieses Bauwerks ein, sezieren die 50 Meter H%u00f6he %u2026 geben Isil den Raum, den Faktor Nachhaltigkeit mit echtem Leben zu f%u00fcllen, w%u00e4hrend Flo sein absolutes Veto gegen graue Jalousien begr%u00fcndet.Aus dem massiven Block der %u201eGrobknetmasse%u201c, wie Isil den Entwurf liebevoll nennt, sch%u00e4lt sich nun die eigentliche Anatomie dieses Leuchtturms heraus. Ein 15-st%u00f6ckiges Geb%u00e4ude, knapp 50 Meter hoch, das nicht nur durch seine raffinierten Verdrehungen besticht, sondern auch eine glasklare Antwort auf die dr%u00e4ngendsten Baufragen unserer Zeit liefern soll. Wer heute in diese Dimensionen w%u00e4chst, steht schnell unter dem Generalverdacht, einen un%u00f6kologischen Betonklotz in die Landschaft zu setzen. Doch genau hier beginnt die eigentliche Magie von ATEA 2.0.Wenn man das Wort %u201eLeuchtturmprojekt%u201c in den Mund nimmt, erwarten die Menschen heute mehr als nur ein hohes Haus. Isil, du sprichst von extremer Nachhaltigkeit %u2013 was bedeutet das konkret? Isil Schaeffler: Das ist momentan wirklich die absolute K%u00f6nigsklasse und mit das Komplizierteste, was man %u00fcberhaupt bauen kann. Wir streben f%u00fcr das Geb%u00e4ude die QNG-Zertifizierung an %u2013 das staatliche Qualit%u00e4tssiegel %u201eNachhaltiges Geb%u00e4ude%u201c. Und da z%u00e4hlen am Ende nur harte Fakten: Wir d%u00fcrfen in der Herstellung pro Quadratmeter Wohnfl%u00e4che maximal 24 Kilogramm CO%u2082 verursachen. Daf%u00fcr wird ein kompletter Bauteilkatalog erstellt. Jeder Bodenbelag, jedes Fenster, bis hin zur kleinsten Fuge wird auf seinen CO%u2082-Wert durchleuchtet. Das zwingt uns als Architekten zu einem messerscharfen Fokus. Wir greifen nicht mehr blind ins Regal, sondern arbeiten ausschlie%u00dflich mit handverlesenen, kompromisslos gr%u00fcnen Materialien. Dass wir den massiven Altbestand integrieren und konsequentes Upcycling betreiben, anstatt alles abzurei%u00dfen und neue Betondecken zu gie%u00dfen, ist unser gr%u00f6%u00dfter Hebel. Das zahlt massiv auf dieses CO%u2082-Konto ein.Flo nickt zustimmend. Er wei%u00df: Diese strengen %u00f6kologischen Vorgaben sind l%u00e4ngst keine gr%u00fcne Romantik mehr, sondern knallharte kaufm%u00e4nnische Realit%u00e4t, die ein Investor bis in die letzte Fuge durchkalkulieren muss. Vor allem dann, wenn ein solches Geb%u00e4ude am Ende nicht nur auf dem geduldigen Papier gr%u00fcn sein, sondern in der Realit%u00e4t auch wirklich leben und atmen soll.Das hei%u00dft, die oftmals zitierten %u201ebunten Bilder%u201c mit den begr%u00fcnten Terrassen und vertikalen G%u00e4rten sind kein architektonisches Chichi f%u00fcr die Pr%u00e4sentationsmappe, sondern knallharte bauliche Realit%u00e4t?Florian Schillings: Definitiv. Wir pflanzen da oben echte B%u00e4ume. Wir reden hier von massiven K%u00fcbeln, die mit Baum und Erde mal eben zwei bis drei Tonnen wiegen werden. Das treibt dem Tragwerksplaner erst einmal den Schwei%u00df auf die Stirn, aber genau das ist ja die Herausforderung. Und damit das Ganze im Hochsommer nicht nach drei Monaten vertrocknet %u2013 du kannst ja nicht 100 Mietern vorschreiben, alle 14 Tage brav mit der Gie%u00dfkanne herauszugehen %u2013, bauen wir eine voll automatisierte Wasserkreislaufwirtschaft. Das Dach- und Oberfl%u00e4chenwasser rauscht nicht einfach nutzlos in die Kanalisation, sondern wird in einem Regenr%u00fcckhaltebecken gesammelt und bei Bedarf intelligent wieder zur%u00fcckgef%u00fchrt.

