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36 I CoverstoryIch erinnere einen Glaubenssatz von Dr. Reinhard K. Sprenger, der mich seit Anfang dieses Jahrtausends begleitet, der sinngem%u00e4%u00df lautet: %u201eLasst doch einen Gedanken erst einmal zu, bevor ihr ihn ablehnt.%u201c Nachdenken%u00a0%u2013%u00a0Umdenken%u00a0%u2013 Neudenken ist das Angebot, das er seinen Zuh%u00f6rern in seinen Vortr%u00e4gen macht. %u201eDenk in L%u00f6sungen, nicht in Problemen %u2013 seht den K%u00e4se, nicht die L%u00f6cher.%u201c Florian Schillings: Was viele nicht bedenken: Bocholt ist eine Zuzugsregion. Wir wachsen, und das bringt st%u00e4dtebauliche Verantwortung mit sich. Wir wollen mit ATEA 2.0 ganz bewusst ein Statement setzen. Ein Statement f%u00fcr Mut, f%u00fcr Wandel und f%u00fcr eine Stadt, die genau wei%u00df, wo sie hinwill.Bei echten Leuchtturmprojekten ist die Mechanik doch am Ende fast immer dieselbe: Anf%u00e4nglich ist die Zur%u00fcckhaltung riesig und die Gegenstimmen sind laut. Das war bei der Elbphilharmonie in Hamburg so, das war bei den Kranh%u00e4usern in K%u00f6ln nicht anders. Aber wenn es erst einmal steht und seine absolute Strahlwirkung entfaltet, sind pl%u00f6tzlich alle unfassbar stolz darauf. Das Geb%u00e4ude ist schlie%u00dflich unser Einfallstor. Wenn jemand von der B67 aus Richtung Rhede nach Bocholt hineinf%u00e4hrt, sieht er unweigerlich: Hier beginnt eine moderne, mutige Stadt, die Kante zeigt.Man sp%u00fcrt in diesem Moment kein taktisches PR-Sprech, sondern echten Lokalpatriotismus. Hier sitzen zwei Unternehmer, die ihre Stadt nicht einfach nur verwalten, sondern im besten Sinne aktiv gestalten wollen %u2013 auch wenn der Wind mal von vorn weht.Warum Bocholt genaudieses Statement brauchtEs ist sp%u00e4t geworden an diesem Nachmittag. Die Kaffeetassen sind leer, doch die Energie im Raum ist nach all den detaillierten Pl%u00e4nen, architektonischen Raffinessen und knallharten Wirtschaftlichkeitsberechnungen noch immer greifbar. Wir haben die lautesten Bedenken der Skeptiker auf den Tisch gelegt und die Fakten seziert. Doch am Ende eines solchen st%u00e4dtebaulichen Mammutprojekts geht es eben um weit mehr als nur um Schattenwurf, Bauleitpl%u00e4ne oder Quadratmeterpreise. Es geht um die Identit%u00e4t, die Strahlkraft und das neue Selbstbewusstsein einer ganzen Stadt.Ein Gedanke, der nicht nur von den Planern geteilt wird: Erst vor wenigen Tagen sa%u00df an genau diesem Tisch der neue B%u00fcrgermeister Christian Mangen, um nach seinen ersten 100 Tagen im Amt Rede und Antwort zu stehen. Als wir ihn auf die Entw%u00fcrfe von ATEA 2.0 ansprachen, lieferte er eine Antwort, die wie ein Ma%u00dfanzug zu diesem Schlussakkord passt:%u201eWer sich immer zu klein f%u00fchlt, bleibt klein. Bei dem Begriff Mittelstadt wird mir immer leicht schummrig. Das mag theoretisch und sachlich richtig sein, aber die Lebensrealit%u00e4t ist eine andere. Wir sind zwischen der Achse Arnheim und Oberhausen die gr%u00f6%u00dfte Stadt.%u201cUnsere Arbeit am PAN bringt es mit sich, dass wir in vielen Unternehmen der Region ein- und ausgehen. Und ganz ehrlich: Nach den tiefen Backstage-Einblicken, die uns dort gew%u00e4hrt werden, sind wir immer wieder baff. Es ist schlichtweg erstaunlich, wie viele smarte kleine, mittlere und gro%u00dfe Firmen durch Einsatz und Mut der jeweiligen Unternehmerinnen und Unternehmer hier angesiedelt und etabliert wurden. Nicht selten: Hidden Champions, Leading Innovators,Global Player, Weltmarktf%u00fchrer %u2026 welche Begriffe auch immer zutreffend sein d%u00fcrften. Worauf wir als Region unter anderem stolz sein d%u00fcrften %u2026 und da sprechen die harten Fakten f%u00fcr sich: Bocholt spielt in der Champions-League der Industrieparks. Mit rund 360 Hektar ist der Industriepark Mussum der gr%u00f6%u00dfte zusammenh%u00e4ngende, voll erschlossene Industriepark in ganz Nordrhein-Westfalen.

