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Portrait I 189Steuerungen. H%u00e4tten die den offiziellen Weg %u00fcber ihr Berliner Werk gew%u00e4hlt, h%u00e4tte das ein halbes Jahr Verzug bedeutet. Ich habe Tag und Nacht get%u00fcftelt %u2013 ich habe mit so viel Einsatz gebastelt, dass mir die Chemikalien glatt die Socken durchge%u00e4tzt haben. Es war ein wahnsinniges Gefummel. Die gr%u00f6%u00dfte H%u00fcrde war die komplizierte beidseitige L%u00f6tung auf feinstem Raum. Aber ich habe nicht locker gelassen, bis das Problem gel%u00f6st war.Sogar die Technische Hochschule Aachen stand pl%u00f6tzlich bei mir auf der Matte. Die steckten damals bei einem medizinischen Projekt fest: Sie wollten Gallensteine mit Ultraschall zertr%u00fcmmern und brauchten daf%u00fcr spezielle elektronische Platinen. Die habe ich denen dann gebaut. Das Verr%u00fcckte daran war die Bezahlung: Statt Geld bekam ich von der Elite-Uni ihr geballtes Wissen. Die haben mir im Gegenzug beigebracht, wie man mit Ultraschall eine Schraube in Kunststoff vibrieren kann. Das war f%u00fcr mich der absolute Startschuss in die intensive Kunststoffverarbeitung.Wir lassen das kurz sacken. Ein gelernter Schaufenstergestalter baut nachts Elektronik f%u00fcr Panzer-Funkger%u00e4te, revolutioniert die Steuerungen von Siemens mit %u201edurchge%u00e4tzten Socken%u201c und tauscht mit der TH Aachen sein Handwerk gegen Ultraschall-Wissen zur Gallenstein-Zertr%u00fcmmerung ein. Wenn das nicht der Inbegriff eines echten T%u00fcftlers ist, was dann?1985 fiel der offizielle Startschuss f%u00fcr die VKF Renzel. Ich habe im Vorfeld mal aufgeschnappt, das sei ganz klassisch aus einer Garage heraus passiert. Stimmt dieser Mythos? Ein Schmunzeln geht durch den Raum. Man stellt sich unweigerlich die Szenerie vor: ein amtliches Kaufhaus, in dem pl%u00f6tzlich ohrenbet%u00e4ubende Knallger%u00e4usche aus der Safari-Dekoration feuern. Doch aus genau solchen R%u00fcckschl%u00e4gen formte sich ein Unternehmer, der keine Angst vor unbekanntem Terrain hatte.Wie wird man vom Schaufenster-Dekorateur zum Lieferanten f%u00fcr hochkomplexe Elektronikbauteile?Das hiesige Unternehmen Benning bekam damals einen Gro%u00dfauftrag der Bundeswehr: Es sollte die Elektronik f%u00fcr neue Panzer-Funkger%u00e4te entwickeln. Bislang war das eine extrem m%u00fchsame Handarbeit. Da kam ich ins Spiel, denn ich war schon immer gerne experimentell unterwegs. Statt mich mit den %u00fcblichen, komplizierten Foto-Verfahren aufzuhalten, habe ich mein Wissen aus dem Druckgewerbe genutzt. Ich habe einfach einen Versuch gemacht und die ben%u00f6tigten Leiterbahnen mit Siebdruck und etwas Asphaltlack direkt auf die Kupferplatten gedruckt. Es hat auf Anhieb funktioniert! Kurz darauf kam der Eink%u00e4ufer und %u00fcberreichte mir meinen ersten Scheck %u00fcber 10.000 D-Mark %u2013 das war damals ein echtes Verm%u00f6gen. Um das Ganze rund zu machen, habe ich denen gleich noch eine kleine Anlage aufgebaut, damit die Firma Benning das in Zukunft selbst produzieren konnte.%u201cWenn man deine Geschichte so h%u00f6rt, kommst du einem vor wie ein echter Daniel D%u00fcsentrieb ;-) %u2026%u2026 ein durchaus passender Vergleich. Dieser Benning-Coup sprach sich in der Industrie rum. Kurz danach kam Siemens auf mich zu. Die brauchten dringend neue elektronische #ex-stra%u00dfenmaler #weltmarktf%u00fchrer

