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                                    Portrait I 187Der Weg in deine erste Selbstst%u00e4ndigkeit war ja kein klassischer roter Faden. Wie bist du nach der Schlie%u00dfung des v%u00e4terlichen Ladens weitergegangen?Das war eine sehr bewegende Zeit %u2026 ein ziemlich bewegtes Leben. Ich habe daf%u00fcr gesorgt, dass Geld herein kam. Ich habe in Oberhausen beim Kaufhof gearbeitet %u2026 war sogar auf der Theaterb%u00fchne in Oberhausen aktiv. Danach habe ich bei Hemsing und bei Sinn gearbeitet. Wenn etwas Geld %u00fcber war, habe ich es direkt wieder %u201everexperimentiert%u201c. Ich musste zweimal nachfragen, bis Heinz%u2019 Wortsch%u00f6pfung f%u00fcr die Finanzierung seiner Inspirationen und Gesch%u00e4ftsideen Einzug in meine Notizen fand. ;-)Daf%u00fcr wurden sofort neue Experimente gemacht, damit wir %u00fcberhaupt weiter %u00fcberleben konnten.Ein weltweites Unternehmen mit beinahe 900 Mitarbeitern, aufgebaut auf dem Fundament von f%u00fcnft%u00e4giger Linsensuppe und einem unb%u00e4ndigen, fast schon trotzigen Willen. Das ist keine dieser aalglatten, durchgestylten Start-up-Storys, die man heute so oft h%u00f6rt. Das ist handfeste, ungesch%u00f6nte Realit%u00e4t. Ein %u00dcberlebensmotor, der aus der puren Not heraus gestartet wurde und seitdem nie wieder ausgegangen ist.Du warst in dieser Phase aber nicht nur angestellt, sondern hast dich schon langsam freigeschwommen, oder?Stimmt, irgendwann bekam ich das Angebot, eine Werbeagentur zu unterst%u00fctzen. Ich bekam ein Gehalt von 1.500 Mark im Monat %u2013 f%u00fcr Werbung, f%u00fcr Anzeigen, die ich f%u00fcr Messen machte. Das war f%u00fcr mich eine erste, sichere Grundlage.Wie wurde aus dem kreativen Schaufenstergestalter der Unternehmer?Ich hatte mir autodidaktisch ziemlich viel Wissen im Druck aufgebaut. Buchdruck, Offsetdruck, Tampondruck etc. Ich fing an, den Siebdruck weiter auszubauen. In dem Zusammenhang habe ich mich mit meinem ersten Unternehmen %u201eEffektgrafik%u201c selbstst%u00e4ndig gemacht%u00a0 %u2013 gemeinsam mit einem Partner. Dieses Unternehmen haben wir %u00fcber zehn Jahre betrieben. In der Spitze haben wir damit f%u00fcnf Millionen Euro im Jahr umgesetztUnd trotzdem hast du dieses erfolgreiche Unternehmen verkauft. Was war der Ausl%u00f6ser?Das ist manchmal so im Leben, dass die Dinge auseinanderlaufen. Dann ist es Zeit, das Kapitel zu schlie%u00dfen und ein neues zu schreiben. Das war nicht einfach, meiner Familie zu erkl%u00e4ren %u2013 dass ich den sicheren Hafen wieder verlassen werde %u2026 noch nicht wissend, wie es konkret weitergeht. Wie bist du mit dieser existenziellen Ungewissheit umgegangen?Ich hatte das Gef%u00fchl, dass ich den gewohnten Rahmen verlassen musste, um Neues zu denken. Ich habe mich auf ein Fahrrad gesetzt und bin von Bocholt aus losgefahren.Einfach so? Wohin?Nach Finnland. Acht Wochen war ich unterwegs. Bis nach Kajaani bin ich gekommen.Warum ausgerechnet Finnland?Das wei%u00df ich auch nicht mehr. Ich bin einfach losgefahren. Alleine im Wald, das waren so unfassbar sch%u00f6ne Erlebnisse. Da kommst du endlich zu dir selbst.Hauptquatier VKF Renzel | Isselburg | direkt an der A3 
                                
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