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Portrait I 169tale Grenzen aufzubrechen. Es geht darum, dass beide Seiten voneinander lernen.Jeder hat in der Vergangenheit seine eigenen Prozesse entwickelt und meint nat%u00fcrlich erst einmal, sein Weg sei der richtige. Das bedeutet f%u00fcr alle Kolleginnen und Kollegen in diesem Jahr einen enormen Schulungsaufwand und, das muss man ganz ehrlich zugeben, auch Stress. Wir alle m%u00fcssen offen daf%u00fcr sein, uns auf etwas v%u00f6llig Neues einzulassen.Wir sp%u00fcren, dass die Fusion eben kein reiner Papiertiger ist, sondern den Mitarbeitenden an der Basis momentan echten Schwei%u00df abverlangt. Wie wichtig war die Entwicklung der Dachmarke stadtwerker in diesem Zusammenhang? Tim Dr%u00f6ge: Es war an der Zeit, uns neu aufzustellen %u2013 f%u00fcr uns selbst %u2026 aber auch nach au%u00dfen. Wenn man sich das alte Organigramm dort auf der Leinwand ansieht, versteht man unser Problem. Ein Beispiel aus meiner eigenen Abteilung: Da sa%u00dfen zwei Kollegen nebeneinander. Der eine meldete sich am Telefon mit %u201eStadtwerke Bocholt%u201c, der Kollege am Schreibtisch daneben meldete sich mit %u201eBEW%u201c. Beide geh%u00f6ren zu uns, aber nach au%u00dfen war das ein v%u00f6llig uneinheitlicher Auftritt. Die %u00c4lteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die legend%u00e4re Szene aus dem Filmklassiker %u201eDas Leben des Brian%u201c: Brian: %u201eSeid ihr von der Jud%u00e4ischen Volksfront?%u201cAktivist: %u201eJud%u00e4ische Volksfront? Quatsch! Wir sind die Volksfront von Jud%u00e4a!%u201cTim Dr%u00f6ge: Wir mussten dieses historische Wirrwarr beenden, um den Kunden einen klaren, einheitlichen Vertrauensanker zu bieten.Wir brauchten eine inhaltliche Klammer, die dieses Silo-Denken nicht nur in den Computern, sondern vor allem in den K%u00f6pfen beendet.Beim Gleiten durch die Charts und die alten Organigramme kommt mir die Analogie eines reinigenden Gewitters f%u00fcr die Markenarchitektur in den Sinn %u2013 ein Bild, das ich mit unseren Gespr%u00e4chspartnern teile. Tim Dr%u00f6ge: Genau, aus dem Organigramm-Chaos der Vergangenheit soll eine erlebbare Einheit werden. Wie gibt man einem Konstrukt aus 350 Individuen einen neuen Namen, der nicht nach b%u00fcrokratischem Kompromiss klingt?stadtwerker: Eine neueIdentit%u00e4t ohne GrenzenAuf dem Flatscreen verfolgen wir die Strategie zur Zusammenf%u00fchrung der bestehenden Marken zu einer neuen Einheit. Eine Markenarchitektur, die schon beim Hinsehen Vereinfachung, Klarheit, Gemeinsamkeit vermittelt. Tim klickt weiter%u2026 zum ersten Mal entfaltet sich der neue visuelle Auftritt in voller Gr%u00f6%u00dfe im Raum. Gelb als leuchtende Spotfarbe, gepaart mit Himmelblau und einem Dunkelblau. Im Zentrum der sogenannte %u201estadtwerker-Schwung%u201c %u2013 ein Logo, das optisch Energie-Amplituden, eine Wasserwelle, Mobilit%u00e4tswege und Glasfaserleitungen in einer flie%u00dfenden Bewegung vereint. Es wirkt modern, frisch, aber nicht aufdringlich.stadtwerker %u2026 ein kleines %u201er%u201c im Namen %u2013 ein gro%u00dfer Schritt f%u00fcr euch %u2026 die Region? Weder Bocholt noch Rhede tauchen im Namen auf.Tim Dr%u00f6ge: Das sehen wir wirklich so. Wir wollten diese mentalen Grenzen und das Denken in zwei Lagern komplett aufl%u00f6sen. Wir sind jetzt ein Team, und daf%u00fcr brauchten wir einen Namen, der verbindet und nicht trennt. Ein Name, der nicht nach Beh%u00f6rde, sondern nach echten Menschen, nach Machern klingt%u00a0%u2013 vom Netztechniker, %u00fcber den Busfahrer bis hin zur Kollegin im Bahia. Was sagt eure Belegschaft zu dem Namen? Tim Dr%u00f6ge: Ich erinnere mich noch sehr gut an den Abend, als wir den neuen Auftritt erstmals intern der Belegschaft pr%u00e4sentiert haben. Das war in unserer gro%u00dfen Halle hier auf dem Hof. Wir hatten einen Foodtruck organisiert, Getr%u00e4nke in Reichweite %u2026 ein gro%u00dfe LED-Wand, die die neugierigen Augen auf sich zog. Alle wussten, dass ein neuer Name kommt, aber der war bis dahin top secret.

