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Portrait I 99Von der Kompetenz her schon %u2013 ich habe unheimlich viel dazugelernt. Aber ansonsten ist mir dieses St%u00fcck Papier an sich nicht so wichtig %u2013 es steht eingerahmt in einer Ecke meines B%u00fcros. Ich bin im Nachhinein dankbar und froh, dass ich das damals alles schaffen konnte. Mein Vater sagte immer: Man lernt so lange, wie man lebt.Ich teile mit dem %u201eMeister%u201c ein Sprichwort von Opa Frenk: %u201eMan darf erst aufh%u00f6ren zu lernen, wenn alle Finger gleich lang sind.%u201c Eine Lebensweisheit, die der gestandene Handwerksmeister Josef Tekloth mit einem Lachen quittiert. Heute dominieren Apps, Tablets und die hauseigene Software den Betrieb. Kommen Sie mit dieser digitalen Welt zurecht?Da brauche ich jemanden, der mir hilft, da komme ich %u00fcberhaupt nicht klar. Wenn es fr%u00fcher hie%u00df, der Computer sei abgest%u00fcrzt, war das f%u00fcr mich der absolute Horror. Ich nutze heute zwar ab und zu ein Tablet, aber am liebsten ist mir immer noch das pers%u00f6nliche Telefonat. Da kann man noch ein paar nette Worte mehr wechseln, als einfach nur einen Daumen hoch unter eine digitale Nachricht zu setzen.Ihr Sohn J%u00fcrgen ist der vision%u00e4re Treiber der Firma, Sie das geerdete Fundament. Wie hat dieses Zusammenspiel %u00fcber die vielen Jahre im Alltag funktioniert?Da gab es nat%u00fcrlich auch mal Zeiten, in denen es Reibereien gab, gerade in der Phase, als J%u00fcrgen 1990 in die Firma eintrat. Aber wir haben uns immer wieder zusammengerauft, uns die Hand gegeben und gesagt: So, jetzt streiten wir nicht mehr. Heute liegt er mir gelegentlich in den Ohren, dass ich mein altes Diesel-Auto gegen ein E-Modell tauschen soll. ;-) Aber im Gro%u00dfen und Ganzen kommen wir heute sehr gut miteinander aus und haben uns %u00fcber all die Jahre perfekt erg%u00e4nzt.Zum 60-j%u00e4hrigen Jubil%u00e4um gibt es am 13. Juni ein riesiges Benefizkonzert auf dem Hof. Werden wir Sie an diesem Abend ausnahmsweise in einer Rocker-Lederjacke statt im Blaumann sehen? Nein, ganz bestimmt nicht. In eine Lederjacke muss ich mich nicht stecken. Ich werde ganz normal hingehen, ein paar Stunden dort bleiben %u2026 und freue mich einfach darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Es ist immer sch%u00f6n, wenn alte Bekannte oder Mitarbeiter von der Baustelle kommen und noch nach dem %u201ealten Holzmichel%u201c fragen ;-).%u201eSei hilfreich und bescheiden,dann mag dichjeder leiden.%u201cDie private Seite des Meisters%u00a0%u2013%u00a0ein Leben in VerbundenheitDie vierbeinige Begleiterin:An der Seite von Josef Tekloth steht treu seine 12-j%u00e4hrige H%u00fcndin %u201eCora%u201c, eine kleine M%u00fcnsterl%u00e4nderin. Ihre tadellose Wasserarbeit, was f%u00fcr einen Jagdhund wichtig sei, hat er ihr durch hartn%u00e4ckiges Training an einem Teich in Werth beigebracht.Das pragmatische Fahrzeug:Er f%u00e4hrt konsequent einen allradgetriebenen VW-Bus (Diesel, 150 PS). Der Grund ist absolut pragmatisch: Mit diesem Wagen f%u00e4hrt er sich auf seiner Wiese im Suderwick, wo er regelm%u00e4%u00dfig Gartenabf%u00e4lle entsorgt, im Matsch endlich nicht mehr fest. Ein Elektroauto kommt f%u00fcr ihn nicht infrage.Bei diesen Diskussionen mit seinem %u201eE-infizierten%u201c Sohn J%u00fcrgen w%u00fcrde ich gerne einmal M%u00e4uschen spielen ;-). Die analoge Passion:Er pflegt seine Verbindungen durch ausf%u00fchrliche Briefe %u2013 an seine geliebten Urenkel, an Weggef%u00e4hrten oder zu famili%u00e4ren Anl%u00e4ssen. Geschrieben wird traditionell von Hand, bevorzugt mit einem %u201eInky%u201c-Stift, ordentlich sortiert nach einem ganz eigenen, analogen Ablagesystem.Bei dieser Schilderung kl%u00e4rt sich auf, dass es der %u201eMeister%u201c war, der Kirsten am 24.04.2023 einen sympathischen und wertsch%u00e4tzenden Brief zu ihren im Editorial des PAN geteilten Erinnerungen an einen Magnolienbaum schrieb. Einen Brief, den wir in Ehren halten%u00a0%u2013damals nicht ahnend, dass er vom Vater unseres PANGef%u00e4hrten J%u00fcrgen Willing stammt. Das kulinarische Highlight:60 Jahre lang war er leidenschaftlicher J%u00e4ger. Sein unangefochtenes Lieblingsgericht ist eine Ente von der Bocholter Aa aus seinem Jagdgebiet bei Liedern. Da er sie seit dem Tod seiner Frau nicht mehr selbst rupfen mag, bringt ihm ein alter Jagdfreund aus Verbundenheit jeden Winter eine gebratene halbe Ente vorbei %u2013 eine Geste, die echte Freundschaft beweist.

