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98 I PortraitDer Meister imBlaumann & Die WurzelnDienstag | 10. M%u00e4rz 2026 | 08:00 Uhr46395 Bocholt | Schlavenhorst 25 | Foyer der TEKLOTH GmbHAm Empfang sitzt Josef Tekloth, der von allen respektvoll %u201eMeister%u201c genannt wird. Er tr%u00e4gt keine Anzughose, sondern sitzt dort authentisch in seinem vertrauten Blaumann. In einem Unternehmen, das heute fast 200 Mitarbeiter z%u00e4hlt, verk%u00f6rpert dieser 83-j%u00e4hrige Co-Founder ;-) das geerdete, handwerkliche Fundament, auf dem hier alles wachsen durfte.Herr Tekloth, Sie sind jeden Morgen um 6:30 Uhr hier am Empfang und begr%u00fc%u00dfen die Mitarbeiter. Warum ist Ihnen dieses t%u00e4gliche Ritual so wichtig?Ich bin eigentlich mein ganzes Leben lang Fr%u00fchaufsteher gewesen. Ich stehe morgens um halb vier auf, fahre eine Runde mit dem Hund, fr%u00fchst%u00fccke und bin dann meistens um sechs Uhr hier im Betrieb. Bis vor Kurzem war ich auch immer der Erste, der hier morgens aufgeschlossen hat. Ich freue mich einfach, morgens da zu sein, und es geh%u00f6rt f%u00fcr mich zu einem guten Start in den Tag, die Leute pers%u00f6nlich zu begr%u00fc%u00dfen.Welche Werte haben Sie besonders gepr%u00e4gt?Wir haben damals in unserem Elternhaus eine stramme Erziehung genossen und wussten noch genau, was Mein und Dein ist. Mein Vater hat immer gesagt: %u201eSei hilfreich und bescheiden, dann mag dich jeder leiden.%u201c Und f%u00fcr mich ist auch der Satz sehr wichtig: %u201eEs ist besser in Ehren zu versagen, als durch Betrug erfolgreich zu sein.%u201c Dieses %u201eLeben und leben lassen%u201c hat uns immer begleitet, und genau das lebe ich heute auch meinen Urenkeln vor.Als Sie 1963 in den damals noch kleinen Laden der Familie Willing einstiegen %u2013 h%u00e4tten Sie da je geahnt, was sich daraus einmal entwickelt?Nat%u00fcrlich nicht. Ich war ja gerade mal zwanzig Jahre alt und bin mit einem kleinen BMW angefangen, in den ich hinten mein Material packte. Mein damaliger Lehrmeister hat mich zum Gl%u00fcck sehr unterst%u00fctzt, und ich konnte das Material bei ihm oft erst dann bezahlen, wenn ich selbst wieder Geld von Kunden eingenommen hatte. Erst mit meiner Meisterpr%u00fcfung 1966 wurde ich dann richtig selbstst%u00e4ndig.Sie haben im Laufe der Jahre unz%u00e4hlige Lehrlinge ausgebildet. Was ist das Wichtigste, das Sie den jungen Menschen f%u00fcr ihren handwerklichen Weg mitgeben?Ich sage denen immer: Kommt montags mit sauberer Kleidung und geputzten Schuhen zur Arbeit. Das ist eine Frage des Auftretens und der Freundlichkeit. Und vor allen Dingen: Wenn ihr etwas nicht verstanden habt, dann m%u00fcsst ihr die anderen, oder den Meister fragen. Die jungen Leute k%u00f6nnen nicht alles wissen, aber sie haben bei uns die M%u00f6glichkeit, eine sehr solide und vielseitige Lehre zu machen, vom Kundendienst bis zur Gro%u00dfbaustelle.Wir haben gerade auf dem Hof beobachtet, dass Sie selbst kleine Papierschnipsel vom Boden aufheben. Welche Rolle spielt diese Ordnung im Handwerk? Das ist ungemein wichtig. Die Jungs m%u00fcssen nicht den letzten Staub mit dem Wischlappen wegwischen, aber sie m%u00fcssen die Baustelle sauber verlassen. Wir bekommen oft R%u00fcckmeldungen von Kunden, die genau diese Sauberkeit bei unseren Leuten loben. Ordnung ist f%u00fcr mich eine absolut elementare Grundvoraussetzung f%u00fcr gute und effiziente Arbeit.1974 haben Sie bereits die erste W%u00e4rmepumpe installiert. Das war damals absolutes Neuland. Wie kam es zu diesem mutigen Schritt?Ich hatte nach meinem Meister in Elektro noch meine zweite Meisterpr%u00fcfung in der K%u00e4ltetechnik gemacht. Da eine W%u00e4rmepumpe im Grunde eine reine K%u00fchlanlage ist, dachte ich mir: Wenn ich die reparieren kann, falls mal etwas kaputt ist, dann k%u00f6nnen wir die auch guten Gewissens einbauen. Durch die damalige %u00d6lkrise, wurde diese Technik immer popul%u00e4rer. Wenn man den offiziellen Meisterbrief %u00fcberreicht bekommt %u2013 geht man danach eigentlich etwas aufrechter durchs Leben?Josef Tekloth | Der \

