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Portrait I 135Eine Nische in der Nische, die von IBENA meisterhaft besetzt wurde. Das m%u00fcssen wir erst einmal sacken lassen. Als wir unseren Rundgang fortsetzen, bleibe ich vor einer alten, gr%u00fcnen Uniformjacke stehen%u00a0%u2013 bei mir f%u00e4llt ein weiterer Groschen ;-): Ich habe in meinem fr%u00fcheren Leben knapp ein Jahrzehnt lang genau diese Uniformteile der NRW-Polizei getragen %u2013 und erfahre erst heute, dass der Stoff buchst%u00e4blich vor meiner Haust%u00fcr in Bocholt gewebt wurde. Ein Wahnsinnsgef%u00fchl, wenn sich die eigene Vergangenheit auf einmal so mit der Stadtgeschichte verwebt.Dass ich mit diesem pers%u00f6nlichen Aha-Moment offensichtlich nicht allein bin, stelle ich fest, als wir an Exponaten der j%u00fcngeren Vergangenheit ankommen. Dass die geballte HighTech-Kompetenz von IBENA n%u00e4mlich auch gepaart mit einer ordentlichen Portion Herzblut direkt vor unserer Haust%u00fcr zum Einsatz kommt, beweist ein weiteres, sehr emotionales Ausstellungsst%u00fcck. Wir bleiben vor einer Vitrine mit kleinen, bunt bemalten Stoffmasken stehen. Anne Beckmann, die sich seit jeher stark sozial in unserer Region engagiert, kennt die besondere Geschichte hinter diesen Relikten, die sie nun mit uns teilt: Anne Beckmann: Das war ein Projekt, das uns allen extrem ans Herz gewachsen ist. Als die Pandemie ausbrach und besonders die Grundschulkinder ver%u00e4ngstigt waren, haben wir ein spezielles Gewebe aus unserer eigenen Entwicklung zur Verf%u00fcgung gestellt. Das Faszinierende daran war der Lotuseffekt %u2013 Wassertropfen perlten darauf ab wie Glaskugeln, w%u00e4hrend man gleichzeitig v%u00f6llig frei durchatmen konnte. Kurzerhand hat uns die Firma Edding dann Textilstifte gesponsert, sodass die Kinder ihre eigenen Masken bunt bemalen durften und ihnen so ein wenig der Schrecken genommen wurde. Gen%u00e4ht wurden die Masken %u00fcbrigens in einem tollen Gemeinschaftsprojekt von Migranten hier aus Bocholt. Was urspr%u00fcnglich eigentlich f%u00fcr eine einzige Klasse angedacht war, hat dann eine unfassbare Eigendynamik entwickelt: Am Ende der Pandemie hatten wir bis auf zwei, alle Grundschulen in Bocholt und Rhede versorgt. Selbst aus dem weiteren Umfeld haben sich Menschen die Sachen schicken lassen, um das an ihren Schulen umzusetzen.Wir verlassen die Spinnerei, atmen tief durch und lassen die gesammelten Eindr%u00fccke einen Moment sacken. Was wir hier zwischen den historischen Mauern erlebt haben, war keine trockene Historie, sondern ganz gro%u00dfes Kopfkino. Bevor wir diesen Museumsrundgang also gedanklich abschlie%u00dfen, ist es Zeit f%u00fcr einen kurzen, aber ehrlichen Abspann: Ein dickes, wertsch%u00e4tzendes Danke an alle Gastgeber und offiziellen Protagonisten, die uns heute so leidenschaftlich in diesen Film gezogen haben. Unser Dank gilt Frau Dr. Kirsten Baumann (Direktorin der LWL-Museen f%u00fcr Industriekultur) f%u00fcr die herzliche Begr%u00fc%u00dfung, der LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara R%u00fcschoff-Parzinger f%u00fcr die tiefgr%u00fcndigen Worte und Valentina Vla%u0161i%u0107 f%u00fcr die charmante Moderation. Ein echtes Chapeau geht an das Kuratoren-Duo Sophie-Marie Hoelge und Martin Schmidt, die aus 200 Jahren Firmengeschichte ein so lebendiges, textiles Drehbuch gemacht haben. Und nat%u00fcrlich ein riesiges Dankesch%u00f6n an unsere Haupt-Dialogpartner Anne Beckmann, Stephan Overbeck und Tim Hesseling f%u00fcr die v%u00f6llig ungeschminkten Backstage-Einblicke.Der IBENA-Vibe &die lange NachtZeitsprung: Einige Tage sp%u00e4ter, der Ausstellungs-Vibe wirkt noch sp%u00fcrbar nach, treffen wir Tim Hesseling in den IBENAR%u00e4umlichkeiten an der Industriestra%u00dfe in Bocholt. Tim, f%u00fcnf N%u00e4chte liegen zwischen der Jubil%u00e4umsparty und heute. Wie war es? Das war der Wahnsinn, anders kann ich das gar nicht beschreiben. Um drei Uhr nachts waren noch hundert Leute auf der Tanzfl%u00e4che. Von unseren rund dreihundert Mitarbeitern waren zweihundertsiebzig da. Das ist nat%u00fcrlich cool und zeigt, wie die Leute hier ticken. Die Resonanz war einfach %u00fcberw%u00e4ltigend. So eine Quote bekommst du nicht mit Freibier allein hin, da muss das Fundament stimmen, oder? War das auch f%u00fcr die Inhaberfamilie ein besonderer Moment?Absolut! Herr und Frau Beckmann waren bis ganz tief in die Nacht mittendrin und haben richtig Spa%u00df gehabt. Es war einfach unfassbar authentisch. Alle reden im Nachgang nur noch freudestrahlend %u00fcber diesen Abend und dar%u00fcber, wie sch%u00f6n das war.

