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                                    134 I PortraitAnne, man sieht nicht nur Triumphe und Wachstum. In eurer eigenen Ausstellungsbeschreibung sprecht ihr bemerkenswert offen nicht nur %u00fcber Weltkriege und den generellen Strukturwandel, sondern auch %u00fcber eine fast existenzielle Insolvenz in den 2000er-Jahren. Wie %u00fcbersteht ein Familienunternehmen all das, ohne den Mut zu verlieren?Das ist genau der Punkt, diese unbedingte Resilienz. Es gab Zeiten, da lag hier fast alles in Tr%u00fcmmern. Wir hatten noch im 19. Jahrhundert einen gro%u00dfen Brand, der einen Teil der Produktion zerst%u00f6rte, aber es wurde nicht aufgegeben, sondern direkt neu gebaut und in frische Maschinen investiert. Wie zum Beweis f%u00fchrt uns Kuratorin Sophie-Marie Hoelge vor Augen, mit welch absurden H%u00fcrden das Unternehmen in der Vergangenheit konfrontiert war. In einer Vitrine ruht eine kuriose Steuerrechnung aus dem Jahr 1923, auf der schier unfassbare 5,5 Billionen Mark eingefordert werden. Ein Dokument, das den Wahnsinn jener Zeit regelrecht konserviert hat. Es macht auf beeindruckende Weise deutlich, dass IBENA nicht nur historische Katastrophen, sondern auch die massiven Krisen der j%u00fcngeren Vergangenheit meistern musste. Die Lektion aus zwei Jahrhunderten lautet dabei unmissverst%u00e4ndlich: Aufgeben war nie eine Option. Stets haben die fr%u00fcheren Generationen und auch die heutigen Lenker die %u00c4rmel hochgekrempelt und beherzt den Neuanfang gewagt.Eine Haltung, vor der man nur den Hut ziehen kann. Welche Ausma%u00dfe dieser unb%u00e4ndige Produktionswille in der Gegenwart angenommen hat, untermauert ein Fakt aus den offiziellen Firmen-Annalen, auf die wir sp%u00e4ter noch genauer blicken: Die rund 300 Mitarbeitenden verarbeiten hier in jedem Jahr unglaubliche 46 Millionen Kilometer Garn. Ein textiles Band, mit dem man unseren gesamten Planeten mal eben mehr als tausendmal stramm umwickeln k%u00f6nnte!Quelle: Presse-Info des LWL-Museums zur IBENA-Ausstellung. Die rund 300 Ibena-Mitarbeitenden verarbeiten hier in jedem Jahr unglaubliche 46 Millionen Kilometer Garn. Ein textiles Band, mit dem man unseren gesamten Planeten mal eben mehr als tausendmal stramm umwickeln k%u00f6nnte!Wenn wir ehrlich sind, haben wir IBENA bislang fast ausschlie%u00dflich in die Kategorie %u201eHeimtextilien%u201c einsortiert %u2013 gedanklich verkn%u00fcpft mit der klassischen Kuscheldecke auf dem heimischen Sofa. Was uns diese Ausstellung jedoch eindrucksvoll vor Augen f%u00fchrt, ist das zweite, gewaltige Standbein: technische Textilien, die Europas Feuerwehren oder die Automobilindustrie ausstatten. Mitten in dieser textilen Zeitreise stehen wir pl%u00f6tzlich vor dem feuerfesten Original-Rennanzug des Formel-1-Weltmeisters Kimi R%u00e4ikk%u00f6nen. V%u00f6llig unerwartet. Direkt daneben ein hochmoderner Schutzanzug der Feuerwehr. Stephan, kl%u00e4r uns auf. Wir kommen gedanklich von der Biedermeier-Bettw%u00e4sche und stehen pl%u00f6tzlich vor FeuerwehrGear und Motorsport-High-Tech. Wie passt das zusammen?Stephan Overbeck: Das ist exakt der Aha-Effekt, den wir uns von der Ausstellung erhoffen! Wir weben l%u00e4ngst nicht nur Heimtextilien. Unsere zweite wichtige Kernkompetenz sind inzwischen die technischen Textilien %u2013 eine Welt, die im Alltag meist unsichtbar bleibt. Wir r%u00fcsten Sitze f%u00fcr Audi aus, liefern den schwarzen B%u00fchnenmolton f%u00fcr Mega-Events und produzieren Hightech-Gewebe f%u00fcr die Bundeswehr und die Polizei. Nur um mal eine Hausnummer zu nennen: Fast jeder zweite Feuerwehrmann in Europa tr%u00e4gt eine Schutzbekleidung mit IBENA-Stoff. Wir sprechen %u00fcber hochkomplexe Ware, bei der tausend Meter Gewebe ganz schnell mal einen sechsstelligen Euro-Betrag kosten. Das ist kompromisslose High-Tech direkt aus dem M%u00fcnsterland.%u201c 
                                
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