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Portrait I 129Der PrologUm zu verstehen, warum wir uns heute auf eine textile Zeitreise begeben, m%u00fcssen wir gedanklich einen kleinen Schritt zur%u00fccktreten. Zur%u00fcck zu einem unserer absoluten Herzensprojekte %u2013 dem KuBAaI-Quartier. Es war bei einem jener magischen Walking-Interviews f%u00fcr den PAN, als wir gemeinsam mit dem damaligen Stadtbaurat Ulrich Pa%u00dflick durch das aufbl%u00fchende Areal an der Aa streiften. Erst dort, beim Flanieren zwischen verwitterten Fabrikmauern und dem Puls einer neuen Zeit, ist bei uns der Groschen gefallen, welche gigantischen Fu%u00dfabdr%u00fccke die Textilriesen in unserer Stadtgeschichte hinterlassen haben.Ulrich Pa%u00dflick brachte es auf den Punkt: Ohne die Weitsicht, den Gemeinsinn und das Entgegenkommen der Familie Beckmann %u2013 den Inhabern von IBENA %u2013 k%u00f6nnten wir heute nicht %u00fcber die elegante Podiumsbr%u00fccke flanieren. Sie machten es m%u00f6glich, dass die Stadt entscheidende Fl%u00e4chen erwerben konnte, um uns Bocholtern eine riesige, gr%u00fcne Lunge direkt an der Aa zu schenken. Ein Unternehmen, das nicht nur wirtschaftlich denkt, sondern das Gemeinwohl der Stadt tief in seiner eigenen Philosophie verankert hat.Dieser Aha-Moment war der z%u00fcndende Funke. Uns war klar: Wenn ein solches Familienunternehmen zwei Jahrhunderte vollmacht, kratzen wir nicht nur an der Oberfl%u00e4che. Wir wollen hinter die Kulissen blicken, den wahren Puls des Unternehmens sp%u00fcren und den Menschen zuh%u00f6ren, die den Faden unserer Stadtgeschichte in den H%u00e4nden halten.Donnerstag, 26. Februar 2026 | kurz vor 13:11 UhrLWL-Museum Textilwerk | Spinnerei | Industriestra%u00dfe 5 | 46395 Bocholt F%u00fcr gew%u00f6hnlich sind wir p%u00fcnktlich wie die Maurer, doch an diesem Tag hat es uns erwischt: Kirsten und ich sind elf Minuten zu sp%u00e4t dran. Heute ist es so weit, die Er%u00f6ffnung der Jubil%u00e4umsausstellung %u201eTextile Leidenschaft%u201c steht an. %u00dcber 300 Exponate warten darauf, entdeckt zu werden. Als wir das Museum betreten, f%u00e4ngt uns sofort diese sp%u00fcrbare famili%u00e4re W%u00e4rme auf. Der Vibe zwischen den historischen Maschinen ist keinesfalls verstaubt oder museal, sondern absolut pulsierend.

