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Sven nickt: %u201e08/15-Produkte wird man bei PIERON nicht finden. Deutschland ist kein Billiglohnland. Und wenn jemand ein echtes Problem hat %u2013 dann kommen wir mit unserer Entwicklungskompetenz ins Spiel.%u201c 90 Prozent der europ%u00e4ischen Automobile seien mit ihren Spannringen ausgestattet, betont er. %u201eUnd in China, wo wir seit 20 Jahren mit einem Joint Venture vor Ort sind, l%u00e4uft es so gut, dass dort mittlerweile ein Umsatz in der H%u00f6he erzielt wird, die der H%u00e4lfte des Bocholter Umsatzes entspricht. 2024/2025 wurden dort zum ersten Mal mehr Spannringe gefertigt als in Deutschland.%u201cSven, du hattest vorhin erz%u00e4hlt, dass Bocholt als Standort heute eine ganz spezielle Rolle spielt. Magst du das noch mal einordnen?Sven:%u00a0 Klar. Die PIERON GmbH in Bocholt ist unsere Produktionsfirma %u2013 hier sind unsere Mitarbeitenden angestellt, hier werden unsere Produkte gefertigt, und zwar ganz gezielt f%u00fcr den europ%u00e4ischen Markt. Das ist auch eine Besonderheit, denn wir %u201ed%u00fcrfen%u201c von Bocholt aus gar nicht mehr nach Amerika oder China liefern.Wirklich? Warum nicht?Sven:%u00a0Es gilt das Prinzip %u201elocal to local%u201c. Das hei%u00dft, der chinesische Markt m%u00f6chte von chinesischen Lieferanten beliefert werden %u2013 kurze Wege, schnelle Prozesse. Dasselbe gilt f%u00fcr Nord- und S%u00fcdamerika. Auch da will man lokal produzieren. Deshalb stellen wir in Bocholt heute fast ausschlie%u00dflich f%u00fcr Europa her.Und wie stark trifft euch das?Sven:%u00a0 Ziemlich. Europa hat aktuell einfach wenig zu tun. Fr%u00fcher %u2013 bis 2018 %u2013 wurde jedes zweite Auto aus Deutschland exportiert. Wir waren generell Exportweltmeister, aber vor allem durch die Automobilindustrie. Heute ist es nur noch jedes siebte Auto, das ins Ausland geht. Das hat nat%u00fcrlich massive Auswirkungen auf das Produktionsvolumen.Und ihr habt selbst dazu beigetragen, dass Produktionen verlagert wurden?Sven:%u00a0 Ja, das muss man ehrlich sagen. Wir haben, wie viele andere auch, Standorte in China, Amerika, Mexiko und mittlerweile auch Indien aufgebaut. W%u00e4ren wir das nicht gewesen, h%u00e4tte es jemand anderes gemacht %u2013 und wir h%u00e4tten heute deutlich gr%u00f6%u00dfere Probleme. Trotzdem, in Bocholt und in Europa ist es im Moment richtig schwer. Wir m%u00fcssen uns neu positionieren, weiterentwickeln.Wie geht ihr das an?Sven:%u00a0 Wir haben ein junges, engagiertes Vertriebsteam um Christian Fehler herum. Alle sind sehr aktiv, gehen auf Messen, sprechen potenzielle Neukunden an %u2013 da bewegt sich viel. Genau das brauchen wir jetzt!Hannah: Neben der Automobilbranche, die einen Gro%u00dfteil unseres Umsatzes ausmacht, liefert PIERON ebenfalls seit Jahrzenten in die Elektro- und Elektronikindustrie sowie die M%u00f6belindustrie, auch diese Branchen werden weiter ausgebaut. Was genau ist da gemeint?Hannah: In diesen Branchen kommen die unterschiedlichsten Federtypen im Bereich der M%u00f6belbeschl%u00e4ge sowie Verstellelemente zum Einsatz, wie Push-to-open-Systeme oder Fensterbeschl%u00e4ge. Photovoltaikanlagen, Temperaturregler, HannahPieron#Portrait I 67

