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Bodenhaftung ist bei PIERON kein Marketingbegriff %u2013 sie wird gelebt. Auch in ihrer Rolle als Arbeitgeber. Das Gespr%u00e4ch wird nachdenklicher. Wir sprechen %u00fcber die Ver%u00e4nderung in der Arbeitswelt, %u00fcber Fachkr%u00e4ftemangel, Generation Z, Nachwuchsgewinnung.Sven: Fr%u00fcher hatten wir zehn Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz. Heute sind es vielleicht zwei. Die Auswahl ist gut, aber %u00fcbersichtlich. Viele Schulabsolventen wollen studieren, erst einmal reisen oder sind sich nicht sicher, welchen Beruf sie erlernen wollen. Oder sie wollen alles %u2013 au%u00dfer Verantwortung.Hannah: Deshalb investieren wir stark in Schulen, Messeauftritte, Projekte und Kooperationen. Wir zeigen: Industrie ist nicht grau und laut, sondern spannend, wichtig %u2013 und menschlich.Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen wurden alle Azubis %u00fcbernommen. %u201eDas ist f%u00fcr uns eine Herzensangelegenheit%u201c, sagt Sven. %u201eOftmals bewegen wir uns antizyklisch am Markt %u2013 bisweilen auch gegen die Wirtschaftlichkeit. Aber wir glauben an Menschen.%u201c Hannah erg%u00e4nzt: %u201eEs ist heute nicht mehr leicht, junge Leute f%u00fcr eine Ausbildung zu begeistern.%u201c Doch PIERON bleibt dran. Mit Messen, Schulbesuchen, Pr%u00e4senz %u2013 und einer klaren Haltung: %u201eWir stehen f%u00fcr Ausbildung und f%u00fcr Perspektive.%u201cSeit%u00a02019%u00a0verschiebt sich das Gesch%u00e4ft enorm von Verbrennungsmotor zu E-Mobilit%u00e4t. Neue Produkte wie%u00a0 DC-LadetechnikKontakte,%u00a0 Kupfer-Ringfedern, stromleitende Federn f%u00fcr Schnellladesysteme entstehen. Die strategische Ausrichtung auf Zukunftsm%u00e4rkte ist un%u00fcbersehbar %u2013 aber immer mit dem Gedanken: %u201eStruktur und Substanz statt Hype.%u201c In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen strukturell weiterentwickelt. %u2013 Neue Firmengr%u00fcndungen neben der PIERON GmbH, um Risiken zu verteilen, Chancen zu nutzen und neue Wege zu gehen. %u201eWir haben beispielsweise f%u00fcr Bruker-Spaleck eine neue Produktionsst%u00e4tte gebaut%u201c, erkl%u00e4rt Sven. %u201eSolche Projekte st%u00e4rken uns und die Region.%u201cEngagement h%u00f6rt f%u00fcr das Ehepaar nicht am Werkstor auf. Hannah ist bei den Bocholter Soroptimistinnen aktiv. Hannah: Seit 2020 bin ich im Soroptimist Club Bocholt Mitglied und engagiere mich dort. Seit einigen Jahren bin ich im Organisationsteam bei der %u201eH%u00fctte der guten Taten%u201c auf dem Bocholter Weihnachtsmarkt. Das ist so eine sch%u00f6ne Aktion. Wir verkaufen dort von den Clubschwestern selbst gemachte Sachen, wie Eierlik%u00f6r, Weihnachtslik%u00f6re, Pl%u00e4tzchen, Chutneys, So%u00dfen, Neuj%u00e4hrchen und liebevolle Kleinigkeiten. Alles hausgemacht. Die Erl%u00f6se werden f%u00fcr einen guten Zweck, ein Projekt oder eine Einrichtung gespendet, wie zuletzt an den Verein Donum Vitae.Sven (grinst): Ja, und in der Zeit komme ich zu Hause gar nicht mehr in die K%u00fcche! Die ist dann komplett blockiert. Alles voll mit Backblechen, Flaschen, Sch%u00fcsseln, T%u00fcten und Zutaten %u2026 es wird gebacken, gekocht, verziert und etikettiert. Sven, du bist u. a. ehrenamtlicher Pr%u00e4sident des SV Biemenhorst. Was tut sich eigentlich gerade im Vereinsheim? Da geht doch einiges, oder?Sven: Ja, total. Seit etwa drei Jahren haben wir da eine eigene Dart-Abteilung, die mittlerweile richtig aktiv ist. Die trainieren zweimal die Woche, und am Wochenende gibts dann meist ein Turnier %u2013 und das alles in den Vereinsr%u00e4umen direkt vor Ort.Das klingt ziemlich lebendig.Sven: Ist es auch! Und das Sch%u00f6ne ist, der neue P%u00e4chter hat da auch ein klares Ziel. Er will nicht nur die Mitglieder des Vereins erreichen, sondern er m%u00f6chte auch den Biemenhorster an sich mal wieder ins Clubheim holen. Also quasi der SVB als Nachbarschaftstreff?Sven: Genau das. Es soll einfach wieder ein Ort sein, wo man mal spontan hinf%u00e4hrt, um ein Pils zu trinken, ein Spiel zu schauen oder einfach ein bisschen Gemeinschaft zu erleben. Portrait 71 I

