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Donnerstagabend, 23:37 Uhr. Das gesamte PAN-Team ist im Fertig-werden-Modus unterwegs. Kirsten wird es im Editorial durchklingen lassen, dass diese Ausgabe eine der herausforderndsten ever ist %u2013 aus den verschiedensten Gr%u00fcnden. Noch viermal schlafen bis zur %u00dcbergabe der Druckdaten an unseren Partner D+L. Dann hei%u00dft es, einen Gang zur%u00fcckzuschalten und durchzuatmen. Das allj%u00e4hrliche mediale %u201eSommerloch%u201c mutierte bei uns zu einem Mengenproblem. Heute Nachmittag hockten meine %u201eFrau in F%u00fchrung%u201c %u2026 sprich Kirsten %u2026 und ich %u00fcber dem Seitenplan, um zu %u00fcberlegen, welchen Lese- / Bilderstoff wir rausnehmen, um mit den geplanten 150 Seiten CoffeeTable-Magazin in den Druck zu gehen. Und %u2026 zu welchen geplanten Stories m%u00fcssen wir gar nicht mehr in die Tasten %u2026 bzw. die Tastatur greifen? Welchen Inhalten g%u00f6nnen wir ein Delay in die n%u00e4chste Ausgabe %u2026 und uns ein wenig Ruhe %u2026 zumindest f%u00fcr heute?Am Ende des Tages stand fest: Einiges kann warten, aber nicht diese noch sehr junge Kolumne %u2013 weil wir es f%u00fcr sinn(wert)voll halten, dem Thema %u201eFrauen in F%u00fchrung%u201c den Raum zu geben, den es verdient.Als passioniertem Vielschreiber fehlt mir die Phantasie, wie mir jemals die Worte ausgehen k%u00f6nnten, die ich quasi mit der Hand %u2026 schreibend erdenke. Schreibblockaden sind mir fremd %u2013 ich kultiviere Rituale, um dagegen immun zu sein. Oftmals sind es die ersten Zeilen, die mir etwas schwerer von der Hand gehen, um in ein Thema einzusteigen. Frauen in F%u00fchrungPart II dieser neuen Kolumneim PAN Heute Abend ist es besonders schwierig %u2026 aber %u2026 wenn ich dar%u00fcber nachdenke, k%u00f6nnte es sehr einfach sein. Es liegt nicht an der Uhrzeit, dass ich meine einleitenden Zeilen gef%u00fchlte sechsmal mit der Backspace-Taste ins Nirwana verbannt habe %u2013 es ist das Thema. Irgendwie hat es mir ein wenig die Unbek%u00fcmmertheit genommen, die mich beim Schreiben umgibt. Der %u201eunplugged-Schreibstil%u201c %u2026 der sich %u00fcber Jahrzehnte hinweg entwickelt hat %u2026 der ein Teil von mir geworden ist, drohte mir heute Abend ein wenig fl%u00f6ten zu gehen. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich Worte und Formulierungen %u201egeschminkt%u201c habe, um sie sch%u00f6ner %u2026 korrekter erscheinen zu lassen. Warum eigentlich? Bin ich in Sorge vor der vermeintlichen gr%u00f6%u00dferen Ins-Fettn%u00e4pfchen-tret-Wahrscheinlichkeit? Warum reihe ich mich ein in diese Reihe der Bedenkentr%u00e4ger, Zauderer, Um-den-hei%u00dfen-Brei-Redner, PC-Talker %u2026 was f%u00fcr political correctness steht? Das Thema ist komplex, zugegeben %u2026 aber nicht kompliziert %u2013 zumindest im Licht meiner Schreibtischlampe betrachtet.Bleibe doch einfach bei dir und deinen Gedanken, Herr Bu%u00df %u2013 auch wenn sie nicht gegendert sind. Bleibe beim halbwegs gesunden Menschenverstand, der das Wort Anstand in sich tr%u00e4gt. Apropos ANSTAND %u2026 ich m%u00f6chte Euch einladen, die nachfolgenden Zeilen auf Euch wirken zu lassen %u2026 gerne auch das verlinkte Video. 54 I PortraitText: Roland Bu%u00df

