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                                    dem iPad auf: Die Bouteillen stammen vom %u00e4ltesten privat bewirtschafteten Weingut in Sachsen %u2013 dem Besitz von Dr. Georg Prinz zur Lippe.Kurz nach links gewischt, um Kirstens Album %u201eJan und andere Fischk%u00f6ppe%u201c zu %u00f6ffnen und die Impressionen mit unseren G%u00e4sten zu teilen. Wohl versichernd, dass die vor uns liegende Lachseite von einem anderen Fisch stammt als dem, den Fischh%u00e4ndler Jan f%u00fcrs Foto beschmust ;-)Anschlie%u00dfend bereite ich unsere G%u00e4ste und deren Geschmackssinne auf die drei G%u00e4nge der Lachs-Session vor. Marc %u2026 offensichtlich ein Mann der Tat %u2026 dr%u00e4ngt sich sympathisch zum Mit-Schnibbeln auf. Solche Koch-Aktivisten setzt man tunlichst erst einmal unter Waffen und bittet sie, eine Knolle frischen Knoblauch in feinste Scheiben zu filetieren. Man verschafft sich damit etwas Luft zum Nachdenken und bestenfalls kann man den Knoblauch sp%u00e4ter bei einem der Gerichte verwenden ;-) Marcs Frage, ob er sich nach dem Knoblauch den roten Chili vorkn%u00f6pfen k%u00f6nne, lassen verblasste Erinnerung wieder aufleben: Flashback: Vor ca. 20 Jahren habe ich bei einer Kochsession mit 65 F%u00fchrungskr%u00e4ften einem Hyperaktivisten einen 10-kg-Sack rote Zwiebeln zugeteilt. Der Ingenieur war ca. zwei Stunden damit besch%u00e4ftigt, die Knollengew%u00e4chse in die akkuratestenund kleinsten Zwiebel-Brunoise zu sezieren, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Circa 200 g davon haben wir verwendet, den Rest habe ich ihn gebeten einzufrieren. Das war zwar nicht ganz fair %u2026 aber %u2026 es war pure Notwehr %u2026 der K%u00fcchenfreund stand gef%u00fchlt alle drei Minuten neben mir,mit der Frage, was er als N%u00e4chstes tun k%u00f6nne. Zur%u00fcck zum Hier und Jetzt: Wohl wissend, dass Marc f%u00fcr die Chilischote lediglich 72 Sekunden brauchen d%u00fcrfte, versorge ich ihn mit zwei H%u00e4nden voll Mini-Paprikas. W%u00e4hrend der leidigen Pandemie haben sich Leidenschaft und Wertsch%u00e4tzung f%u00fcrs Kochen bei ihm entwickelt %u2013 was sich aus dem Arrangement der geschnittenen Paprikaw%u00fcrfel rauslesen l%u00e4sst. Nach Farben sortiert liegen sie da %u2026 an die Nationalflaggen von Mexiko und Indien erinnernd. Es ist an der Zeit, Marc neben einem angemessenen Lob den Spitznamen %u201eMarci Masser%u201c zu verleihen. Dieser nimmt dankend an %u2026 mit dem Hinweis, dass die Messer in dieserK%u00fcche extrem scharf seien, was den Schneidespa%u00df erh%u00f6he %u2013 ein Elfmeter, der von Andre K. mit dem s%u00fcffisanten Spruch: %u201eMein Vater hat immer gesagt, mit Werkzeug kann jeder arbeiten%u201c verwandelt wird ;-) Kirsten hingegen sieht noch etwas Optimierungsbedarf in der Schneidetechnik. Mein Hinweis, dass die FeedbackTechnik meiner Frau gelegentlich eher suboptimal und aus der gleichen Motivationsschmiede wie seinerzeit FelixMagath entsprungen zu sein scheint, zaubert Marcs L%u00e4cheln zur%u00fcck. Anschlie%u00dfend setzt eine rege Diskussion unter den Oberbanscheidt Cies ein, ob der diesj%u00e4hrige Weihnachtsbonus f%u00fcr ein hochkar%u00e4tiges Messerset oder doch nur f%u00fcr einen Messersch%u00e4rfer reichen w%u00fcrde. Ich vermutete Ersteres, worauf wir aber noch zu schreiben kommen. Apropos Schreiben: Zwischendurch d%u00fcrfen wir das Lob von Marc erhaschen, der den aus seiner Sicht auffallend hohen Qualit%u00e4tsstandard unseres Magazins wohltuend ins Rampenlicht der aufkeimenden Diskussion %u00fcber gut gemachte Printwerbung stellt. Kirsten ist ihm beim passenden Wording f%u00fcr den Umschlag behilflich %u2013 die beiden einigen sich auf %u201eHand schmeichelnd%u201c.Das Ganze steht und f%u00e4llt allerdings mit der Qualit%u00e4t der Leute, %u00fcber die was drinsteht ;-) Marc Gabriel: Angesichts unserer Story d%u00fcrftet ihr jetzt in Richtung Magazin-Award unterwegs sein ;-) %u2026 Humor-Level stimmt %u2026 so kann es weitergehen.Marc GabrielPortrait 81 I
                                
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