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                                    Liebe Leser, schon im Jahr 2010 habe ich in einem meiner ersten PAN-Artikel %u00fcber den %u201eFlohzirkus%u201c geschrieben. Keinesfalls m%u00f6chte ich Sie im Folgenden mit l%u00e4stigen Wiederholungen langweilen. Im Gegenteil, das Gebiet der Parasitologie ist in der Veterin%u00e4rmedizin eines der interessantesten %u00fcberhaupt! Die st%u00e4ndige Weiterentwicklung von Pr%u00e4paraten gegen die l%u00e4stigen Mitbewohner liefert sich ein Kopf-an-KopfRennen mit den Anpassungsmechanismen der Parasiten an die wechselnden Umweltbedingungen. Wenn es Sie interessiert, wer zurzeit die Nase vorn hat, dann lesen Sie weiter.An dem Entwicklungszyklus einer Flohpopulation hat sich in den letzten Jahren nat%u00fcrlich nichts ge%u00e4ndert. ErwachseneFl%u00f6he k%u00f6nnen etwa drei Meter weit springen, um den Wirt zu wechseln. Nach einem Spaziergang durchs Hunde- oder Katzenfell genehmigen sie sich ihre erste Blutmahlzeit. Zur Eiablage kommt es vor allem in der Umgebung des Haustieres. Aus den Eiern entstehen dann Larven, die sich vom herabfallenden Flohkot ern%u00e4hren. Schlie%u00dflich verpuppt sich die Larve in der h%u00e4uslichen Umgebung, um als Puppe bis zu zwei Jahren auf einen entsprechenden Wirt zu warten. Die Wahrnehmung von W%u00e4rme, Vibration und CO2 in der Umgebung sind Anzeichen f%u00fcr die Anwesenheit von S%u00e4ugetieren (aber auch Menschen), so dass die Puppe zur Weiterentwicklung zum Floh animiert wird. Nun beginnt der Zyklus von neuem. Fr%u00fcher ging man davon aus, dass Fl%u00f6he saisonal vor allem zu den warmen Jahreszeiten ein Problem darstellen, weil die niedrige Umgebungstemperatur der Wintermonate die Larven und Puppen an einer schnellen Weiterentwicklung hindern. Klimawandel und Wohnungshaltung haben das Flohproblem aber zu einem jahres%u00fcbergreifenden Thema gemacht, so dass sich die Prophylaxe jederzeit lohnt. Ob Ihr Tier bereits befallen ist, erkennen Sie, wenn Sie die hintere R%u00fcckenpartie Ihres Haustiers mit einem einzinkigen Kamm ausk%u00e4mmen und das Material, welches im Kamm h%u00e4ngenbleibt, untersuchen. Ist schon ein lebender Floh zu sehen? Wenn nicht, dann achten Sie auf braunschwarze Kr%u00fcmel, die auf Feuchtigkeit rostbraun wer-den. Dies ist Flohkot, der Blutfarbstoff enth%u00e4lt und nur gefunden werden kann, wenn auch Fl%u00f6he vorhanden sind. Flohbehandlung hei%u00dft auch Umgebungsbehandlung, da 99Prozent der Flohpopulation in der Tierumgebung lebt. Zieht der Vierbeiner aus, hinterl%u00e4sst er hungrige Parasiten, die notfalls eine Blutmahlzeit beim Zweibeiner nehmen. Es lohnt sich also immer die Umgebung des betroffenen Tieres besonders gr%u00fcndlich zu reinigen. Decken werden bei 60 Grad gewaschen, Ritzen werden ausgesaugt und der Staubsaugerbeutel wird anschlie%u00dfend entsorgt, da sich sonst in Ihrem Haushaltsger%u00e4t eine echte Flohbombe entwickelt. Neuere Spot-on-Pr%u00e4parate, die in Form einer L%u00f6sung auf die Haut im Nacken des Vierbeiners getr%u00e4ufelt werden, lassen unter anderem einen Stoff, der die Flohlarvenweiterentwicklung hemmt, vom Tier herabrieseln, so dass nach der beschriebenen Grundreinigung die l%u00e4stige Umgebungsbehandlung mit Sprays oder Verneblern entfallen kann. Sowieso ist es sinnvoll, sich bei der Pr%u00e4parateauswahl an die aktuellen und oft verschreibungspflichigen Medikamente zu halten, da hier eine Resistenz so gut wie ausgeschlossen ist. Vergessen Sie nach erfolgter Therapie bitte die Wurmkur nicht, da Fl%u00f6he den Gurkenkernbandwurm %u00fcbertragen k%u00f6nnen. Alternativ zur Spot-on-L%u00f6sung kann gerade bei Katzen, die viele Antiparasitika nicht vertragen und mit schlimmsten Vergiftungserscheinungen reagieren k%u00f6nnen, ein bestimmtesHalsband, welches bis zu 8 Monaten gegen die l%u00e4stigen Tierchen wirkt, von Ihrer Tier%u00e4rztin oder Ihrem Tierarzt verordnet werden. Beim gemeinten Pr%u00e4parat verhindert %u00fcbrigens ein Sicherheitsmechanismus die gef%u00fcrchteten Verletzungen durch Halsb%u00e4nder bei Freig%u00e4ngern. F%u00fcr Hundebesitzer, die kein Spot-on-Pr%u00e4parat oder Halsband anwenden m%u00f6chten, ist die orale Verabreichung einer Parasitenprophylaxe eine interessante %u00dcberlegung. Seit Jahren sind Tabletten erh%u00e4ltlich, die nur monatlich oder viertelj%u00e4hrlich gegeben werden m%u00fcssen und sogar gegen Zeckenbefall helfen. Die Mittel werden sehr gut vertragen und sind sogar f%u00fcr Hundewelpen zugelassen. Neueste Errungenschaft der Veterin%u00e4rmedizin ist %u00fcbrigens die Jahresspritze gegen Fl%u00f6he und Zecken. %u00dcber die Vorteile sowie die Risiken und Nebenwirkungen werden Sie in der Tierarztpraxisberaten.M%u00f6chten Sie wissen, wie ich meine Vierbeiner vor ungewollteMitbewohner sch%u00fctze? Derzeit benutze ich f%u00fcr meinen Riesenschnauzer %u201eLuna Bella%u201c eine Floh- und Zeckenprophylaxe in Tablettenform. Unsere Samtpfoten %u201eMausi%u201c und %u201eMcCoy%u201c erhalten ein monatliches Spot-on-Pr%u00e4parat, damit sie bei Ihren Ausfl%u00fcgen nicht zum Floh- oder Zeckenhotel werden.Ihnen w%u00fcnsche ich, dass Sie und Ihre Haustiere unbeschwert in den Mai kommen und Ihnen die Parasiten nicht auf der Nase herumtanzen. Im Juni lesen Sie im Artikel %u201eReisefieber%u201c %u00fcber die Gefahr von Infektionskrankheiten bei Reisen in den S%u00fcden. Dr. Simone M%u00f6llenbeckZusatzbezeichnung ZahnheilkundeZusatzbezeichnung HeimtiereHovesath 7 %u00b7 46414 Rhede T. 02872 - 80 33 44 I M. 0151 - 569 643 64www.rhede-tierarzt.de @tierarzt_moellenbeck_rhede @Tierarzt Dr. M%u00f6llenbeckGastautor I 89
                                
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