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Um ehrlich zu bleiben, kommuniziere ich das Bild vom Abfackeln eines Firmenwagens. Ein Szenario f%u00fcr extrem entt%u00e4uschte Kunden ;-) Als das kollektiv einsetzende Gel%u00e4chter abklingt und wieder ein normales Gespr%u00e4ch erm%u00f6glicht, f%u00e4hrt unser Gegen%u00fcber fort. Andre Koppers: Auch wenn wir uns gerade gemeinsam k%u00f6stlich am%u00fcsieren %u2026 am Ende des Tages sprechen wir %u00fcber People Business. Da will man schon gerne wissen, wer am anderen Ende mit dem Verm%u00f6gen jongliert. Wer sitzt dort? Wie ist dieser Mensch gestrickt, der am Ende die Entscheidungen %u00fcber das Verm%u00f6gen trifft %u2026 welche Kn%u00f6pfe er dr%u00fcckt? Versuchen Sie mal bei einer gr%u00f6%u00dferen Institution, den Fondsmanager pers%u00f6nlich zu sprechen %u2013 weiter als bis zum Pf%u00f6rtner werden Sie es nicht schaffen. Wir stehen mit unserem Team jederzeit f%u00fcr Gespr%u00e4che zur Verf%u00fcgung %u2013 in guten wie in schlechten Zeiten. Wir machen unser Denken und Handeln nahbar %u2026 sprich erlebbar. Wenn eine solche Strategie wie zum Beispiel bei HeidelbergCement mal nicht aufgeht, w%u00e4re es mir wichtig, dass mein Kunde wei%u00df, was die dahinterliegenden Gedanken %u2026 die Strategie beim Ankauf war. Dann kann jeder f%u00fcr sich selbst bewerten, ob das ein nachvollziehbares Motiv war %u2026 ob der Gedanke klug war %u2026 wie authentisch der Mensch Andre Koppers und das gesamte Team Oberbanscheidt agieren. Um anschlie%u00dfend eine reflektierte und gute Entscheidung f%u00fcr sich zu treffen. Das hat eine andere Qualit%u00e4t in der Beratung, im Service, als das irgendein anonymer Robo-Adviser abbilden k%u00f6nnte %u2013 was eine k%u00fcnstliche Intelligenz sich da zusammenschustert/-maschiniert ;-) Zudem sitzen wir in Kleve, nicht in London %u2026 in den USA %u2013 in Arml%u00e4nge zu Bocholt. Apropos USA %u2026 mir geht die T-Frage nicht aus dem Kopf. Auch wenn wir dem Typen eigentlich keine Zeilen %u2026 keine B%u00fchne im PAN geben wollen %u2026 ein paar Worte zu ihm und seinen B%u00f6rsenkapriolen w%u00e4ren schon das Salz in der Suppe, oder? ;-) Die T-Frage | Wie beh%u00e4ltman in st%u00fcrmischen Zeiteneinen klaren Kopf? Wenn mir pers%u00f6nlich, als Nicht-B%u00f6rsianer, dieses Unikum schon extremes Unbehagen bereitet %u2026 wie geht es Ihnen bei dessen Kapriolen? Andre Koppers: Das ist wie bei allen anderen Sachverhalten, in denen wir gelernt haben zu handeln %u2026 man hat keinenEinfluss darauf und von daher muss man es so nehmen, wie es kommt. Und da wird noch einiges kommen %u2026 der Mensch ist wom%u00f6glich noch dreieinhalb Jahre im Amt. Und der m%u00f6gliche Nachfolger, der sich jetzt schon warml%u00e4uft, l%u00f6st bei Menschen wie uns auch keine La-Ola-Wellen aus ;-) Auch wenn das noch so nervt %u2026 aber solche Menschen nebst der von ihnen provozierten Ereignisse geh%u00f6ren zum FinanzBusiness %u2026%u00a0zu meinem Job %u2013 sonst w%u00e4ren Menschen wie ich %u00fcberfl%u00fcssig ;-) Wann hat es denn angefangen, dass der besagte Mensch, dessen Namen wir analog zu Harry Potters Lord Voldemort nicht in den Mund nehmen sollten, Ihnen in Ihrem Job auf den Keks gegangen ist? Andre Koppers: Mit dem Tag der denkw%u00fcrdigen Pressekonferenz Anfang April, wo er auf einer Schultafel seine abstruse Zollpolitik pr%u00e4sentiert hat. Da ist uns allen hier das L%u00e4cheln vergangen, als da jemand sa%u00df, der w%u00e4hrend einer halben Stunde einen vom Pferd erz%u00e4hlte. Mit ansehen zu m%u00fcssen, wie parallel der DAX fiel, tat schon weh. Alle Fonds und die Depots unserer Kunden, die wir %u00fcber Jahre und Jahrzehnte mit Kopf und Herz gemeinsam entwickelt haben, warennat%u00fcrlich teilweise betroffen.Die daraus resultierenden tempor%u00e4ren 10 bis 15 Prozent Verlust, egalisierten den guten Jahresstart 2025 in kurzer Zeit. Das ist nat%u00fcrlich %u00e4rgerlich, %u00e4ndert aber nichts an den langfristigen Erfolgen und unserer Strategie.Wenn wir uns anschauen, was das f%u00fcr viele US-B%u00fcrgerinnen und -B%u00fcrger bedeutet, die traditionell ihre Altersvorsorge an der B%u00f6rse platzieren, dann geht es dort noch deutlicher ans Eingemachte %u2013 wenn m%u00fchsam ersparte Reserven um 10 bis30 Prozent schmelzen %u2013 weil der Mehrheits-Gew%u00e4hlte sein Ding durchzieht.Olaf D%u00e4cke: Ich sehe noch die Leader der Companys %u2026 die Tech-Milliard%u00e4re, die bei Mister Ts Vereidigung in der ersten Reihe sa%u00dfen %u2013 die dessen Wahlkampf finanziell unterst%u00fctzt und protegiert haben. Wie sparsam m%u00f6gen die geschaut haben, als zig Milliarden verloren wurden, weil sich da jemand offensichtlich verzockt hat. Ein Mensch, der Z%u00f6lleunter anderem f%u00fcr Inseln verh%u00e4ngt hat, wo nur Pinguine und Seehunde leben ;-)Zur%u00fcck zu meiner Frage, wie beh%u00e4lt man da die Nerven? Andre Koppers: Indem man sich bewusst macht, dass wir alle in j%u00fcngerer Zeit sehr viele Lernkurven durchlaufen mussten. Die B%u00f6rsen und wir als Verm%u00f6gensverwalter haben gelernt, damit umzugehen. Wenn es eine solche Situation %u2026 nennen wir es besser Eskalation wie mit Selenskyj %u2026 vor 15 Jahren gegeben h%u00e4tte, h%u00e4tte man die B%u00f6rse f%u00fcr sechs Wochen schlie%u00dfen k%u00f6nnen. Da w%u00e4re Ende im Gel%u00e4nde gewesen. Mittlerweile haben wir alle ein bisschen Hornhaut auf der Seele bekommen. Wir haben ein Gef%u00fchl daf%u00fcr entwickelt, was man f%u00fcr bare M%u00fcnze nehmen sollte %u2026 und was nicht. Zun%u00e4chst mal hei%u00dft es Ruhe bewahren %u2026 keine PanikVerk%u00e4ufe zu t%u00e4tigen %u2026 nicht den Trends hinterherlaufen. Wichtig ist auch, in solch unsteten Zeiten auf Sicht zu fahren %u2013 und das machen wir. Angesichts der Wirrungen der j%u00fcngsten Zeit w%u00e4re es momentan keine gute Idee, All-In zu gehen. Deswegen sind wir gerade ein wenig defensiver ausPortrait I 85

