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                                    Lassen sie uns noch kurz %u00fcber den Ritterschlag sprechen %u2026 der aus Ihrer Sicht ja keiner ist ;-) %u2026 Worauf kommt es an, um aufs Treppchen der Auszeichnungen zu kommen? Andre Koppers: Die entscheidende Frage ist, wie viel Geld verdiene ich mit welcher Performance? Und %u2026 ganz wichtig %u2026welches Risiko bin ich dabei eingegangen? Deswegen sollte man sich auch die Risiko-Kennziffer in einem solchen Ranking genauer anschauen. Als Beispiel: Wenn wirbeide jetzt ad hoc ein Autorennen nach K%u00f6ln vereinbaren und starten %u2026 ist nicht nur entscheidend, wer als Erster ins Ziel f%u00e4hrt, sondern wer welches Risiko dabei an den Tag gelegt hat. Bin ich mit 150 km/h wie ein Hasardeur durch eine Spielstra%u00dfe gebrettert oder bin ich ambitioniert gefahren, mit einem kalkulierbaren Risiko im Blick? Wie weit habe ich das Gaspedal durchgedr%u00fcckt? Habe ich wie beim Roulette auf Rot oder Schwarz gesetzt? War es dem Gl%u00fcck %u00fcberlassen, dass das Pferd, auf welches ich gesetzt habe, als Erstes durchs Ziel gelaufen ist? F%u00fcr uns kommt es darauf an, eine Balance zwischen Risiko und Wertentwicklung zu schaffen. Entscheidend f%u00fcr uns ist, in einem Zeitraum von einem, drei, f%u00fcnf Jahren etc. kontinuierlich ein gutes Ergebnis f%u00fcr unsere Kunden zu erwirtschaften. Oberbanscheidt & Cie | Die konservativen Konspirativen Seit wann sind Sie am Markt? Andre Koppers: Das Unternehmen wurde 2003 von Ulrich Herre und Hans-Josef Oberbanscheidt gegr%u00fcndet und betreut sowohl private als auch institutionelle Kunden.Bevor ihr nachschlagen m%u00fcsst: Institutionelle Kunden sind im Finanz- und Bankwesen gr%u00f6%u00dfere Organisationen oder Einrichtungen, die professionell Kapital anlegen oder verwalten, wie z. B. Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen und Versorgungswerke, Stiftungen und kirchliche Einrichtungen, Banken (die f%u00fcr eigene Zwecke oder im Auftrag Dritter investieren), staatliche Institutionen (z. B. %u00f6ffentliche Pensionsfonds, F%u00f6rderbanken) etc. %u2013 so die Auskunft von ChatGPT. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?Andre Koppers: Zun%u00e4chst einmal, dass wir uns bewusst nur auf einen Bereich des Verm%u00f6gensaufbaus konzentrieren, und das ist das Gesch%u00e4ft mit B%u00f6rse und Zinsen. Wir bet%u00e4tigen uns nicht in Bereichen wie Immobilien, Versicherungen etc. Wir handeln nicht mit Edelmetallen. Wir haben keine Hausverwaltung. Zu alldem fehlt uns die Expertise. Was wir richtig gut k%u00f6nnen, sind Kapitalmarktgesch%u00e4fte %u2013 in diesem Segment sind wir Spezialisten.Wie stark ist Ihr Team hier am Standort Kleve? Andre Koppers: Momentan sind wir zu zehnt %u2013 ab Herbst zu elft. In welchen Altersklassen? Andre Koppers: Bis vor drei Jahren h%u00e4tten Sie hier noch Herrn Oberbanscheidt, einen der beiden Gr%u00fcnder, pers%u00f6nlich angetroffen %u2013 mit nahezu 80 Jahren. Ulrich Herre, der weitere Gr%u00fcnder %u2026 zugleich mein Partner in der Gesch%u00e4ftsf%u00fchrung, ist immer noch an Bord. Beide haben es verstanden, zu einem fr%u00fchen Zeitpunkt Menschen aus meiner Generation f%u00fcr das Unternehmen zu gewinnen. Gemeinsam haben wir den Generationswechselvollzogen. Wenn Sie sich ein wenig mit der Branche der Verm%u00f6gensverwalter besch%u00e4ftigen, werden Sie feststellen, dass es Unternehmen gibt, deren Erfahrungswissen gr%u00f6%u00dftenteils auf den Schultern ehrw%u00fcrdiger, betagter Kollegen ruht. Wo es zum Teil aber an nachwachsenden Generationen fehlt. In unserer Branche sollte man darauf vertrauen d%u00fcrfen, dass auch in f%u00fcnf, zehn oder 20 Jahren noch jemand den Telefonh%u00f6rer abnimmt, bei dem Unternehmen, dem sie ihr Geld anvertraut haben. Das haben die Gr%u00fcnder unseres Unternehmens mit Weitsicht gew%u00e4hrleistet. Ich bin kein Berufs-Skeptiker %u2026 aber %u2026 wenn man mit so viel Verm%u00f6gen hantiert %u2026 ist man da als unabh%u00e4ngiger Verm%u00f6gensverwalter vollkommen frei? Andre Koppers: Ein klares Nein. Wir sind ein lizenziertes Unternehmen. Wir werden von zwei Instituten kontrolliert. Zum einen durch die Bundesanstalt f%u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht und zum anderen durch die Deutsche Bundesbank.Mein Partner Ulrich Herre ist zu 85 Prozent damit ausgelastet, die ganze Regulatorik zu bedienen, die unserer Branche innewohnt. Themen wie Compliance, Geldw%u00e4sche, Datenschutz, DORA etc. Meine Neugierde zum letztgenannten Begriff %u201eDORA%u201c m%u00fcndet in einen kleinen Exkurs zu deutscher Gr%u00fcndlichkeit. DORA soll die Cybersicherheit im Finanzdienstleistungssektor erh%u00f6hen und muss bis Anfang 2025 umgesetzt sein. Ein kluger Gedanke %u2026 ein wichtiges Thema, so Andre Koppers %u2026 das aber mit einer Penibilit%u00e4t derart in die Tiefe durchreguliert wurde, dass es Normalsterbliche zum Fenstersprung veranlassen k%u00f6nnte. Woher resultieren Expertise und Erfolge von Oberbanscheidt & Cie %u2026 allein aus den 22 Jahren am Markt? Wie halten Sie sich frisch? Was ist der Quell Ihrer Inspirationen?Andre Koppers: Wir bedienen uns aus mehreren T%u00f6pfen. Zum einen ist es unsere hochmoderne IT-Infrastruktur. Sie kennen vermutlich diese Bilder aus der Tagesschau oder aus irgendwelchen Filmen %u2026 wenn dort die Kameras durch die Finanzzentren, die Handelss%u00e4le dieses Planeten schwenken. Portrait I 79
                                
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