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Gedanken treffen wir auf unseren Interviewpartner Andre Koppers, der uns empf%u00e4ngt und in den Meetingraum lotst. Hell, freundlich, modern %u2026 das Setting hier, so der erste Eindruck. Gleiches gilt f%u00fcr Andre %u2013 bis auf den Anzug: Zweifellos modern %u2026 aber seri%u00f6s dunkel gehalten ;-)W%u00e4hrend er und Olaf ihre sch%u00f6nsten Ostererlebnisse austauschen, passe ich den Eingangspegel des Zoom-Recorders an. Meine einleitende Frage: Ist ein Mitschnitt des Gespr%u00e4chs okay %u2013 quasi als Notizband? Kein Problem laut Andre. Ein Podcast w%u00e4re auch in Ordnung gewesen %u2026 f%u00fcr den Vater einer Pfadfinderin, dem Shoppen in Gro%u00dfst%u00e4dten wenig behagt %u2013 an gesehen von einem Besuch beim Outdoor-Spezialisten Glob trotter in K%u00f6ln mit der Spr%u00f6sslingin (mal wieder ein Verzwe felungs-Gendern ;-) Au%u00dferdem wurde noch der Geburtstag des Sohnes gefeiert %u2026 und so lie%u00dfe sich Ostern als Quality Time mit der Family res%u00fcmieren. Warm-up Apropos Geburtstag, welches Baujahr sind Sie? Andre Koppers: 1977. Das w%u00e4re jetzt die Stelle, wo Sie sagen m%u00fcssten: %u201eSie sehen aber deutlich j%u00fcnger aus.%u201c ;-)Solche Elfmeter %u00fcberlasse ich gerne meiner Frau ;-) Andre Koppers: Okay. Ich habe ihr den Ball schon mal zurechtgelegt ;-)Die Gattin zur Linken scheint gerade abgelenkt %u2026 Kirsten rastert den Raum nach Details f%u00fcrs Interview-begleitende Shooting. Humorlevel stimmt auf jeden Fall, Cappuccino schmeckt toll %u2026 fehlt eigentlich nur noch eins, f%u00fcr ein lesegeschmeidiges Unplugged-Interview %u2013 aber ich hadere. Warum nur? Mein spontan gew%u00e4hltes formelles %u201eSie%u201c f%u00fchlt sich total ungewohnt f%u00fcr mich an. Es ist schon eine Weile her, dass ich vom unkomplizierten Business-Du in einer Interview-Session abgewichen bin. Circa zwei Jahre d%u00fcrfte es her sein, dass wir den honorigen Richter a. D. Rudolf Esders vor Mikro und Kamera hatten. Der Mensch, der nach 102 Verhandlungstagen das Urteil im legend%u00e4ren %u201eGladbeck-Prozess%u201c gesprochen hat. Mein Motiv zum heutigen Formalismus liegt weniger im Anzug meines Gegen%u00fcbers begr%u00fcndet noch in dessen Verhalten, das auf mich so gar nicht Cie %u2026 sprich traditionell-f%u00f6rmlich wirkt. Es ist auch nicht der Respekt vor dem Berufsbild eines Fondsmanagers, das mir bis dato vollkommen fremd war. Es ist der junge Herr zu meiner Rechten (Olaf), der seinen neuen Gesch%u00e4ftspartner freundlich anl%u00e4chelt, w%u00e4hrend er ihm von Mallorca und seiner Passion f%u00fcr diese Insel vorschw%u00e4rmt. Beide sind sich einig, welch tolle Restaurants es dort gibt %u2013 w%u00e4hrend sie sich gegenseitig siezen. Diese vertraute Harmonie will ich nicht st%u00f6ren mit der Frage nach einem unkomplizierten Business-Du %u2013 zumindest f%u00fcrs Interview. Ich entschlie%u00dfe mich f%u00fcr maximale Authentizit%u00e4t im Setting und bei der Reproduktion unseres Gespr%u00e4chs %u2013 auch wenn es ein wenig h%u00f6lzern f%u00fcr euch zu lesen ist ;-) Herr Koppers %u2026 ist ein gewisser Hang zur Kulinarik Basisvoraussetzung f%u00fcr Menschen, die im Bereich Verm%u00f6gensverwaltung agieren? Andre Koppers: Ich w%u00fcrde mal sagen, dass es nicht hinderlich ist, einen Sinn f%u00fcr sch%u00f6nes Essen und guten Wein zu haben ;-) Wobei ich in Sterne-Tempeln genauso ungern gastiere wie in Shopping-Zentren %u2013 das ist %u00fcberhaupt nicht meine Wellenl%u00e4nge. F%u00fcr ein gutes St%u00fcck Fleisch oder einen tollen Fisch hingegen bin ich schon sehr empf%u00e4nglich. Wie sind Sie eigentlich von Herrn D%u00e4cke f%u00fcr dieses Interview gebrieft worden %u2026 wissen Sie, was auf Sie zukommt? Andre Koppers: Eigentlich wei%u00df ich nur, dass Sie vom besten Stadtmagazin aus Deutschland kommen sollen, laut Herrn D%u00e4cke ;-) %u2026 wenn wir den Passus %u201edas kostenlos an die Leserinnen und Leser herausgegeben wird%u201c hinzuf%u00fcgen, k%u00f6nnte die subjektive Wertung von Olaf m%u00f6glicherweise stimmen %u2013 was Format, Umfang, Haptik etc. angeht ;-) Ich m%u00f6chte Sie darauf vorbereiten, dass Kirsten und ich extrem gut darin sind, unbedarfte Fragen zu stellen. Das ist das Schicksal derjenigen, die von vielen Dingen ein 76 I Portrait

