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                                    86 I Portraitwir in dem Zuge nicht eine gemeinsame Ausstellung machen wollen, bei der auch das Kamerateam dabei ist. Wir gehen das in Ruhe an. Wir wollen die Geschichte von ihrer Kunst erz%u00e4hlen. Die B-Seite eben.Die B-Seite. In der Musik war das fr%u00fcher die R%u00fcckseite der Schallplatte. Dort fanden sich oft die Lieder, die nicht f%u00fcr den schnellen kommerziellen Ruhm geschrieben wurden, sondern die echten, rauen, pers%u00f6nlichen St%u00fccke der K%u00fcnstler. Die Werke, in denen die Seele wohnte. Nora Baumbergers B-Seite ist es, ihre innere Welt mit dem Pinsel auf die Leinwand zu bringen. Hier bestimmt sie selbst, wo das Licht hinf%u00e4llt. Hier hat sie die Deutungshoheit %u00fcber den Blick zur%u00fcckerobert.Die Teller vor uns sind l%u00e4ngst leer, der Riesling versiegt. Unser Trialog neigt sich dem Ende %u2026 Zeit zu gehen %u2013 doch das war erst das Vorspiel. Wir sind uns des Wiedersehens gewiss, sei es zur Homestory bei Nora Baumberger, zum Check-up beim Internisten Karsten Becker, zum G%u00e4ng Massaman Curry im Ayutthaya oder zur %u201eTatortbesichtigung%u201c in der Galerie von Peter Koenen. Zum letzten genannten Vorhaben z%u00fccken Peter und ich unsere Kalender, um einen Termin abzustimmen. Wir verabschieden uns von Karsten Becker, dem stillen Multipassionisten, der sich wieder auf den Weg macht zu seinen Patienten und in seine Sprechstunde st%u00fcrzt. Akt II: Tatort Kunst %u2013 DieSpurensuche in der GalerieMittwoch | 11. Februar 2026 | 17:00 Uhr | TATORTBesichtigung Karolingerstra%u00dfe 32 | 46395 Bocholt |Kunsthandel Koenen | ART NETWORKDer %u201eTatort Kunst%u201c wartet auf uns. Mit originalen Spurentafeln aus dem Kriminaltechnik-Zubeh%u00f6r-Shop und speziellem Lichtequipment zur punktuellen Ausleuchtung enterte ich Peters Galerie. In die Storyline rund um den Kunsthandel Koenen hatte ich eine bewusste %u201eSollbruchstelle%u201c eingebaut. Im ersten Teil (siehe letzte Ausgabe) ging es vornehmlich um Peter, seine Vita, seine Faszination f%u00fcr Kunst. In dem jetzt vor uns liegenden Part sollte es um die Werke und Storys zu den 45 K%u00fcnstler aus dem Portfolio des Kunsthandels gehen %u2013 um Begegnungen.Mit im Gep%u00e4ck: eine Flasche PAN Blanc %u2013 ein grandioser Winzersekt von unseren vinologischen Freunden der Winzerfamilie Thomas & Theobald Pfaffmann. 90 Monate auf der Hefe gelagert %u2013 ein w%u00fcrdiger Tropfen, um mit Peter und seiner %u201eKunstkomplizin%u201c Sybille Wulf auf das 20-j%u00e4hrige Jubil%u00e4um des Kunsthandel Koenen anzusto%u00dfen. Die beiden haben sich vor fast 40 Jahren bei Peters erstem Arbeitgeber, dem Kunsthandlung Wissing am Gasthausplatz, kennengelernt. Dort wurden sie Teamkollegen im Hinblick auf Kunst. W%u00e4hrend der gereifte Tropfen im Glas sein Perlenfeuerwerk abfeuert, lasse ich den Blick schweifen. Mein zweiter Besuch in Peters Galerie %u2013 heute in anderer Mission. Kein interessiertes Schlendern %u2026 sondern echte Spurensuche, die auch die Winkel und Objekte erfassen soll, die dem oberfl%u00e4chlichen Betrachter verborgen bleiben. Einhergehend mit Peters %u201eVernehmung%u201c zu den Machern dieser Werke und den dahinter liegenden Geschichten. Es ist dieser faszinierende Kontrast, der Peter Koenens Welt so besonders macht. Auf der einen Seite das perfekt organisierte, hybride ART NETWORK, das mit lupenreinen 5-Sterne-Bewertungen bei Google gl%u00e4nzt und Kunstwerke digital in den gesamten deutschsprachigen Raum versendet. Auf der anderen Seite dieser physische Raum in Bocholt %u2013 ein vollgepackter, analoger %u201eTatort Kunst%u201c, in dem es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt. Wer hier eintritt, sp%u00fcrt sofort: Man kann Kunst via Mausklick in einen Warenkorb legen %u2013 man muss aber nicht. Kunst will gesehen, gef%u00fchlt und im besten Fall %u201eentdeckt%u201c werden %u2013 ein ideales Terrain, um dem Zufall eine Chance zu geben. W%u00e4hrend ich kleine Strahler und Spurentafeln bereitstelle, bitte ich Peter, die Deckenbeleuchtung der Galerie zu dimmen. Ich platziere die kleinen, leistungsstarken Lampen auf dem Boden. Normalerweise nutzt man dieses Equipment, um am Tatort latente Spuren, Fu%u00dfabdr%u00fccke oder Fasern sichtbar zu machen, weil das Streiflicht Dinge offenbart, die dem blo%u00dfen Auge verborgen bleiben. Heute richten wir diese Strahler auf Leinw%u00e4nde. Peter zieht zun%u00e4chst ein paar Exponate aus den Ecken und breitet sie aus, die ihm pers%u00f6nlich wichtig und erz%u00e4hlenswert erscheinen. Spurentafel-Nr. 1 arrangiere ich in einer Selektion von Rizzi-Bildern %u2013 wie sich unschwer erkennen l%u00e4sst. Die Bilder liegen wie wertvolle Beweisst%u00fccke auf dem Boden, angeleuchtet von dezent arrangierten Lichtkegeln.Peter, wir illuminieren hier gerade %u201eBeweisst%u00fccke%u201c. Lass uns mit dem Fall starten, den wir beim Thai-Dinner besprochen haben: die Bilder von Nora Baumberger. Zwei Gem%u00e4lde aus den Pinselschw%u00fcngen von Nora finden den Weg ins Licht%u00a0 %u2013 passend dazu Spurentafel-Nr. 2. %u00c4sthetisch friedvoll, so mein erster Eindruck, den ich mit Peter teile. Wenn du ganz nah rangehst, kannst du den Duft der Malerin schnuppern %u2013 kein Witz %u2013 die Leinw%u00e4nde haben einen leicht parf%u00fcmierten Geruch. 
                                
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