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Stadtverwaltung BocholtKaiser-Wilhelm-Str. 52-58, 46395 BocholtTel.: ++49 2871 953-0stadtverwaltung@bocholt.dewww.bocholt.de @stadt.bocholt @Stadt Bocholt%u2026 oder das vertrauensvolle: %u201eEy Bruder, das ist voll wahr, was ich dir erz%u00e4hle.%u201c ;-)Sp%u00e4testens bei der abermaligen Begegnung mit dem %u201eBocholtReiniger%u201c, zu dem wir bei Gelegenheit eine wertsch%u00e4tzende Story mit euch teilen werden, wuchs die Erkenntnis, dass Kirsten und ich viel zu selten am Europlatz einen Kaffee schl%u00fcrfen. Daraus wuchs die Idee f%u00fcr ein Fotoprojekt %u2013 dessen vorl%u00e4ufiger Arbeitstitel: %u201eBegegnungen auf dem Europaplatz%u201c.Von dort aus traten wir den Heimweg an und bogen auf den Markt am Gasthausplatz ein, um etwas f%u00fcrs Mittagessen zu besorgen. Am Fischstand von Jan de Graaf packten wir spontan die Kameras wieder aus %u2013 fasziniert von ihm, seinem Team und der Vielfalt an frischem Fisch, die wir in stimmungsvollen Bildern festhalten wollten %u2013 m%u00f6glicherweise f%u00fcr das Folgeprojekt %u201eBegegnungen auf dem Gasthausplatz%u201c. Wir werden berichten. Fakt ist, dass wir durch die Fr%u00fche-V%u00f6gelAktion um Erlebnisse und Begegnungen bereichert wurden, die uns darin best%u00e4rken, in einer liebenswerten Stadt zu wohnen. Auch wenn ich als eher technisch unbedarfter Mensch glaube,vieles von dem verstanden zu haben, was Michael K%u00f6ller mir geduldig erkl%u00e4rt hat, blieb eine Frage offen. Seine Antwort darauf schickte er mir sp%u00e4ter per WhatsApp:%u201eHi Roland, grunds%u00e4tzlich geh%u00f6ren alle Bauten, egal welche, zum Hochbau. Tiefbauarbeiten sind letztendlich Arbeiten, die im Erdreich stattfinden, wie zum Beispiel Kanalverlegungen. Diese fallen unter den Begriff %u201aTiefbau%u2018 %u2013 alles andere geh%u00f6rt zum Hochbau.%u201cF%u00fcr mich bleiben solche Weisheiten b%u00f6hmische D%u00f6rfer %u2013 ober- oder unterhalb der Erdkruste ;-)Eure Underground-PANenthusiasten Sonnenlicht sein Spiel getrieben. Ob es irgendwann eine Idee sein kann, diese Farbe aufzufrischen %u2026 %u2026 was m%u00f6glicherweise die Kostendiskussion weiter befeuern w%u00fcrde.Michael K%u00f6ller: Bleiben wir ruhig bei den Kosten: Was mir bei der Diskussion darum bisweilen fehlt, ist die Reflexion der Alternativen. Wir erhalten das Stadttheater mit seinen 685 Sitzpl%u00e4tzen %u2013 ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region, wonach sich viele St%u00e4dte die Finger lecken w%u00fcrden. Eine vergleichbare Location neu zu bauen, w%u00fcrde nach meiner Sch%u00e4tzung 35 bis 40 Millionen Euro kosten. Der Neubau eines Verwaltungsgeb%u00e4udes w%u00fcrde sich in einem %u00e4hnlichen Rahmen bewegen. Von daher unterst%u00fctze ich die Renovierung unseres Rathauses %u2013 auch unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Bitte nicht missverstehen %u2026 das ist eine Menge Geld, das daf%u00fcr in die Hand genommen wird. Aber das war bei ganz gro%u00dfen Projekten wie der Elbphilharmonie oder den schon angesprochenen Kranh%u00e4usern in K%u00f6ln auch der Fall. Beide prominenten Beispiele pr%u00e4gen mittlerweile als Wahrzeichen die Stadtbilder, von Hamburg bzw. K%u00f6ln. Was seinerzeit viele Steine des Ansto%u00dfes waren, tr%u00e4gt heute zum Stolz der St%u00e4dte und der Menschen bei, die darin leben. Ein sch%u00f6nes Schlusswort, lieber Michael, wir sehen uns in der Tiefgarage oder andernorts. EpilogNach der Verabschiedung von Michael K%u00f6ller g%u00f6nnen Kirstenund ich uns ein weiteres Hei%u00dfgetr%u00e4nk aus dem Kiosk. W%u00e4hrend wir dort sitzen, um Gesagtes und Fotografiertes zu sortieren, begegnen wir Bekannten und Unbekannten. Unter anderem treffe und schnacke ich mit Peter %u2013 einem Mann Mitte Achtzig, dem ich vor Monaten in einer Bocholter Gastronomie als Berater zur Seite gesprungen war. Sein Wunsch war es gewesen, dort Nudeln zu essen %u2013 ein Wort, das viele der heutigen Speisekarten nicht mehr in den Mund bzw. aufs Papier nehmen. Ein unhipper Begriff, der auch einigen Menschen aus dem Service nicht mehr gel%u00e4ufig zu sein scheint. Auf meine Frage, welche Nudeln er am liebsten essen w%u00fcrde, kam: Spaghetti bolognese. Auf mein Anraten hin bestellte sich Peter eine Portion Lasagne. Sein Misstrauen pulverisierte sich, als ich ihm sagte, dass ich bei Nichtm%u00f6gen seinen Deckel %u00fcbernehmen w%u00fcrde. So bekam Peter seine Spaghetti bolognese quasi angerichtet in Form von Lasagnescheiben. Seine Wow-Erkenntnis: %u201eDa muss man %u00fcber Achtzig werden, um so etwas Leckeres zu essen.%u201c Wie bei so vielem im Leben: Kommunikation kann der Schl%u00fcssel sein. Nach Peter traten drei uns unbekannte junge Sch%u00fclerinnen an unseren Tisch und baten um zwei Euro %u2013 es sei quasi ein Notfall. Ich wei%u00df nicht, ob es die Story war, die mich erweichte Portrait 61 I

