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%u2026 dem Zufall geschuldet, wie du ja schon angedeutet hast %u2026Michael K%u00f6ller: Richtig. Im Nachgang zu meiner Bewerbung und zum anschlie%u00dfenden Vorstellungsgespr%u00e4ch teilte man mir mit, dass ich f%u00fcr die urspr%u00fcnglich ausgeschriebene Stelle %u00fcberqualifiziert sei. Aber %u2026 es st%u00fcnden mehrere Projekte f%u00fcr die Stadt Bocholt an, f%u00fcr die mein Erfahrungswissen von Vorteil sein k%u00f6nne. Unter anderem ging es auch um das Thema Rathaussanierung. F%u00fcr ein solches Mega-Projekt k%u00f6nnte die st%u00e4dtische Geb%u00e4udewirtschaft Unterst%u00fctzung gebrauchen. Ob ich mir nicht vorstellen k%u00f6nne, die letzten Jahre meiner beruflichen T%u00e4tigkeit in meinem Heimatort zu verbringen? Konntest du %u2026 sonst s%u00e4%u00dfen wir jetzt nicht hier beim Kaffee, oder? Michael K%u00f6ller: Ich will nicht verhehlen, dass ich angefixt war und ja %u2026 ich f%u00fchlte mich geehrt f%u00fcr das Vertrauen und die M%u00f6glichkeit, ein St%u00fcck Bocholt mitgestalten zu d%u00fcrfen. Am Ende l%u00e4ngeren Nachdenkens stand der Entschluss, in die ausgestreckte Hand der Entscheidungstr%u00e4ger der Stadt Bocholt einzuschlagen. Win-Win %u2026 wie man so sagt. Ich erinnere mich an die Passage aus einem Vorgespr%u00e4ch mit Thomas Kerkhoff, dass nicht jede qualifizierte Person gleich Hurra schreien w%u00fcrde, wenn man sagt: %u201eWir haben da eine Tiefgarage %u2026 ein Parkhaus %u2026 und ein Rathaus, die auf Sie warten.%u201c ;-)Bei diesen Gedanken ploppt eine alte F%u00fchrungsweisheit von Dr. Reinhard K. Sprenger bei mir auf, die sinngem%u00e4%u00df lautete: %u201eWenn es darum geht, St%u00e4rken und Kompetenzen von Menschen zu sichern, muss man flexibel genug sein, neue Jobs zu erfinden.%u201c Das scheint hier mit der Schaffung der Stabsstelle f%u00fcr Michael K%u00f6ller umgesetzt worden zu sein. Wir bist du mit den verschiedenen Projekten umgegangen, die dir hier offeriert wurden? Michael K%u00f6ller: Das lief teilweise parallel. Sprechen wir zun%u00e4chst %u00fcber das Projekt, das inzwischen abgeschlossen und in Betrieb genommen wurde: Das Parkhaus am N%u00e4hkasten mit seinen 320 Stellpl%u00e4tzen %u00fcber sieben Etagen und mit modernster Technik wie Kennzeichenerfassung und diversen Bezahl-Optionen. Das Projekt Tiefgarage steht ebenfalls kurz vor dem Abschluss. Auch wenn Restarbeiten und M%u00e4ngelbeseitigung erfahrungsgem%u00e4%u00df noch ein paar Monate andauern werden, sind wir dann mit dem Gr%u00f6bsten durch. Die Rathaussanierung l%u00e4uft %u2026 sodass ich eigentlich zum 01. Oktober 2025 in Rente gehen k%u00f6nnte. Was verbirgt sich hinter dem Konjunktiv? Michael K%u00f6ller: Der mit der Stadt vor Kurzem geschlossene Vertrag, wonach ich noch 15 Monate dranh%u00e4nge, um mich dem Neubau des Euregio-Gymnasiums und der MariaMontessori-Schule zu widmen. Die Stadt Bocholt hat %u00fcber verschiedene Kan%u00e4le verlautbaren lassen, dass sie in den kommenden Jahren insgesamt 200 Millionen Euro sind f%u00fcr Sanierungen, Erweiterungen und Neubauten an Schulen wie dem Euregio-Gymnasium, der Maria-Montessori-Schule ... investieren wird. Eine letzte,pers%u00f6nliche Frage Auch wenn es schwer m%u00f6glich ist %u2026 aber %u2026 l%u00f6se dich bittemal aus deiner Funktion bei der Stadt Bocholt, lieber Michael. Was w%u00fcrdest du als Privatperson sagen, wenn man dich zu deiner ehrlichen Meinung zur Sanierung des Bocholter Rathauses fragen w%u00fcrde? Michael K%u00f6ller: Ganz ehrlich! %u2026 das Rathaus ist architektonisch einzigartig und absolut erhaltenswert. Das Teil wird nach seiner Renovierung ein absolutes Highlight und ein Aush%u00e4ngeschild f%u00fcr Bocholt sein. Eine echt %u201egeile Kiste%u201c, wie j%u00fcngere Generationen sagen w%u00fcrden %u2013 mit dem Charme und der Patina der 70er. Mit dem urspr%u00fcnglichen Gr%u00fcnton hat das 60 I Portrait

