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des elektrogetriebenen VWs betrachte, trifft die ausgehungerteFotografin ein. Gemeinsam betreten wir dieses Kleinod mit Hinterhof-Charme. Ich f%u00fchle mich erinnert an ein Erlebnis in Paris, wo wir in der Rue de Douai die Cocktailbar %u201eNo Entry%u201c im Kellergeschoss des Pink Mamma betraten: Ein unspektakul%u00e4r anmutender, schlichter Eingang und anschlie%u00dfend stehst du in einer vollkommen anderen Welt. Was uns damals als Sammelsurium aus Glasballons und Flaschen flashte, ist im 1869 von Hermann Imping erworbenen Stammhaus die Melange aus dem Duft von ger%u00f6steten Bohnen, dargebotenen Kaffee- und Tee-Spezialit%u00e4ten und der Hauch von Nostalgie. Wenn ihr mal in Paris seid, solltet ihr die besagte Bar besuchen. Wenn ihr diesen Artikel lest und bislang den Eingang zum Kaffeeladen nicht durchschritten habt, m%u00fcsst ihr dessen Schwelle im Herzen von Bocholt %u00fcbertreten %u2026 Bitte! Blicken wir kurz zur%u00fcck auf das Jahr 1869 und die vage M%u00f6glichkeit, dass G%u00fcnther Jauch euch das mal fragen k%u00f6nnte ;-).Zeitgleich mit der Er%u00f6ffnung des Suezkanals und der Entdeckung der Zellsubstanz Nuklein erwarb Hermann Imping das Zuhause f%u00fcr seine R%u00f6sterei, die im Jahre 1875 erstmalig die T%u00fcren %u00f6ffnete. W%u00e4hrend der Schweizer Biochemiker Friedrich Miescher den Grundstein daf%u00fcr legte, was uns heute als DNA bekannt ist, erschuf Hermann I. die Imping-DNA. Apropos 1875 %u2013 damals erhob Papst Pius IX den Amerikaner John McCloskey, den Erzbischof von New York, als ersten Nichteurop%u00e4er zum Kardinal %u2026 falls euch das mal jemand fragen sollte. ;-) Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen w%u00fcrde es dem Besitzer des Wolkenkratzers mit 58 Etagen an der Fifth Avenue, Ecke 56th Street m%u00f6glicherweise gefallen, wenn ihm %u00c4hnliches widerfahren w%u00fcrde. ;-) Ich verliere mich %u2026 zur%u00fcck in den Kaffeeladen: W%u00e4hrend die Pizza kauende Kirsten den Mike und die Sarah in Szene setzt, wird Mike nicht m%u00fcde, uns zu erkl%u00e4ren, dass seine Anwesenheit im Kaffeeladen nicht mit seiner Arbeitsrealit%u00e4t in Einklang zu bringen sei. Kurzum, die Beratungs- und Verkaufskompetenz der dortigen Produkte l%u00e4ge ausschlie%u00dflich beim dortigen Team. Wenn er dort aushelfen w%u00fcrde, sei %u201eChaos in Laos%u201c die Folge ;-) Dennoch l%u00e4sst er sich mit Sarah beim fotografischen Einfangen der Wurzeln geduldig von Kirsten ins rechte Licht r%u00fccken. Die beiden haben historische Dokumente und Fotos von Felix und Rainer Imping auf der alten Ladentheke ausgebreitet. Geduld ist auch der gemeinsame Nenner hereinschneiender Kunden, die Kaffee, Tee etc. begehren. Deren neugierigen Fragen begegnen wir mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass hier gerade eine neue Folge des M%u00fcnsteraner Tatortesabgedreht w%u00fcrde. Passend dazu ordert ein freundlicher Mittsechziger mit schwarzer Jacke und Basecap die ImpingOkay, 1 : 0 f%u00fcr dich. Wie sortiert der Branchenkenner Mike das Erreichte ein? Mike: Ich kenne kein Caf%u00e9 in Deutschland, das diese Vielfalt an verschiedenen Kaffeesorten im Ausschank hat. Mit der neuen Idee im R%u00fccken bzw. auf dem Bierdeckel wurde uns klar, dass die Kaffeewelt %u2026 bleiben wir gerne bei eurem Arbeitstitel Sarah 2.0 %u2026 sie voll und ganz beanspruchen wird. Zum Zeitpunkt dieser Niederschrift der Interview-Sessions scheint die Zukunft des Caf%u00e9s geregelt %u2013 wir halten euch gerne auf dem Laufenden. Lass uns gerne %u00fcber die Kaffeewelt sprechen %u2013 dem Konzept Sarah 2.0 %u2026 Mike, wie sieht das der Ehemann, der bed%u00e4chtig-quirligen Lady mit den vielen Flausen (Kaffeebohnen-Ideen) im Hirn? Mike: Es ist nicht immer einfach f%u00fcr mich, mit Sarahs Innovationsgeist Schritt zu halten %u2026 aber %u2026 ihrer Idee, etwas f%u00fcr Deutschland absolut Einmaliges zu schaffen, konnte ich nicht widerstehen. Hier in Bocholt, dem Ort, wo Imping Kaffee vor 150 Jahren erschaffen wurde, die Kaffee-Kultur weitertreiben zu k%u00f6nnen, das hat zweifellos einen besonderen Charme. Die Realisierung dieser Bierdeckel-Idee ist mit Blick auf das Ergebnis die sprichw%u00f6rtliche %u201erunde Sache%u201c %u2013 die sich sehr gut f%u00fcr uns anf%u00fchlt. Wir sind zuversichtlich, dass die Menschen von nah und fern diese Kaffeewelt %u2026 diese Pionierarbeit im Sinne der Kaffeekultur lieben werden. W%u00e4hrend wir bei ofengeschmorter Paprika, Serrano-Schinken, Kalamata-Oliven, Burrata, Rosmarin-Champignons, Curryglasiertem Hack das Naan-Brot teilten, malen uns Sarah und Mike ein stimmiges Bild zum Konzept und Details der Kaffeewelt in unsere K%u00f6pfe. Beim Ansto%u00dfen mit einem mallorquinischen Ros%u00e9 vereinbaren wir, euch auf eine visuelle Kaffeereise von den Wurzeln bis zur Gegenwart mitzunehmen. Montag | 14. April 2025 | 13.39 Uhr | Shooting %u201eKaffeereise%u201c 46399 Bocholt | Nobelstra%u00dfe 4 | Der Kaffeeladen %u2013 Imping Kaffee W%u00e4hrend Mike den nigelnagelneuen VW ID. Buzz unter den Magnolienbaum vor dem Stammhaus parkt, ordere ich eine kleine Pizza Hawaii f%u00fcr Kirsten, die von einem Fotoshootingaus Kleve anreist. Mit leerem Magen l%u00e4sst sich schlecht fotografieren, denke ich, als ich in der Pizzeria La Piccola Fantasia stehe %u2013 den ehemaligen R%u00e4umlichkeiten der seinerzeit legend%u00e4rsten Pommesbude aus Bocholt. W%u00e4hrend sich hier, im ehemaligen %u201eH%u00e4hnchen Willi%u201c, die Zeiten bzw. das kulinarische Angebot ge%u00e4ndert haben, scheint nebenan, im Kaffeeladen, die Zeit stehen geblieben %u2013 was das Interieur angeht. W%u00e4hrend ich die Farbenpracht und das coole K%u00fchler-Emblem 28 I Coverstory

