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122 I PortraitZeitsprung. Am n%u00e4chsten Tag %u2013 es ist Freitag, der 13. Februar 2026 %u2013 wollen wir checken, ob das Geh%u00f6rte mit der Realit%u00e4t in Einklang zu bringen ist. Auf nach Wesel, an den Ort des Geschehens! Wir lassen Bocholts Stadtgrenzen hinter uns und machen uns auf den Weg nach Wesel.Freitag, 13. Februar 2026 | 14:30 Uhr 48683 Wesel | auf der Baustelle 1,20 x 2,80 Meter %u2013 Wenn die Fliese zurArchitektur wird Sebastian empf%u00e4ngt uns. Als wir die Baustelle betreten, verstehen wir sofort, was er gestern meinte. Eine Atmosph%u00e4re hoch konzentrierter Pr%u00e4zision schl%u00e4gt uns entgegen. Drei Fliesenleger %u2013 Pascal, Peter und Bj%u00f6rn %u2013 wuchten ein gigantisches St%u00fcck Keramik durch den Raum. Wir sprechen hier nicht von klassischen 30x60-Zentimeter-Kacheln, die der Hobbywerker im Kofferraum transportiert. Vor uns schwebt gerade eine 1,20 x 2,80 Meter gro%u00dfe XXL-Fliese. Ein Monolith, der vom Boden bis unter die Decke reicht. Wenn ich mir anschaue, wie die Jungs hier zu dritt an einer einzigen Platte arbeiten. Das hat mit dem klassischen Fliesenlegen, wie ich es mir als Laie vorstelle, %u00fcberhaupt nichts mehr zu tun, oder? Sebastian: Das ist wirklich eine v%u00f6llig andere Welt. Das Gewerk Fliese hat sich in den vergangenen 15 Jahren zu einer hochpr%u00e4zisen, technischen Disziplin entwickelt. Fr%u00fcher war die Keramik ein rein funktionaler Belag %u2013 robust, zweckm%u00e4%u00dfig und meistens im klassischen 10x10- oder 30x30-Format. Heute sprechen wir %u00fcber gigantische Dimensionen. Wenn du dir diesen Monolithen im Format 1,20 mal 2,80 Meter anschaust, begreifst du sofort: Die Fliese ist hier zur Architektur geworden. Die Jungs haben gestern mit drei Personen einen kompletten Arbeitstag lang nichts anderes getan, als nur das Material hier ins Geb%u00e4ude zu tragen. So eine Platte wiegt enorm viel und ist wahnsinnig unhandlich. Du musst die auf spezielle Tr%u00e4gerger%u00fcste schnallen, mit Saugn%u00e4pfen fixieren und das Ganze unfallfrei durchs Treppenhaus man%u00f6vrieren. Da leisten die Jungs absolute Schwerstarbeit, bevor %u00fcberhaupt der erste Tropfen Kleber an der Wand ist.Hightech trifft aufHandwerkskunst Kirsten positioniert sich mit ihrem Weitwinkelobjektiv in einer Raumecke und f%u00e4ngt die hochkonzentrierte Szenerie mit der Kamera ein. Ein leises, rhythmisches Pumpger%u00e4usch durchbricht pl%u00f6tzlich die typische Baustellenstille. Die Fliesenleger hieven den Monolithen nat%u00fcrlich nicht mit blo%u00dfen H%u00e4nden, sondern nutzen schweres, technisches Ger%u00e4t, um die XXL-Keramik millimetergenau in Position zu bringen.Was ist das f%u00fcr ein permanentes Summen an diesen Griffen, die Pascal und Bj%u00f6rn an der Fliese ansetzen? Sebastian: Das sind unsere vollautomatischen Vakuum-Saugheber. Die Dinger sind einfach genial. Sobald das Ger%u00e4t auch nur einen minimalen Druckverlust auf der Fliesenoberfl%u00e4che sp%u00fcrt, pumpt es vollautomatisch nach. Solange die Anzeige auf Gr%u00fcn steht, h%u00e4lt der Sauger die Platte absolut sicher fest. Diese Hightech-Unterst%u00fctzung ist f%u00fcr uns extrem wichtig, um bei diesen schweren Platten die k%u00f6rperliche Belastung der Jungs zu senken und das Bruchrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.Trotz aller Hightech-Unterst%u00fctzung bleibt es am Ende absolute Millimeterarbeit. Jeder Handgriff sitzt blind, wenige Worte werden gewechselt. Es sind eher ruhig abgesprochene Kommandos dies- und jenseits der Fliese. Die beiden stehen sich gegen%u00fcber %u2013 die Fliese %u00fcbermannshoch zwischen ihnen. Kein Augenkontakt ist m%u00f6glich %u2026 die beiden stimmen sich genau ab, wer jetzt was tut. Die Szenerie erinnert mich an das Vorgehen von Spezialeinheiten beim Eindringen in Geb%u00e4ude. Bewaffnung und Auftrag sind verschieden, ansonsten halte ich diese Bj%u00f6rn bei den arbeiten an der Faassadedes CERAM.store

