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                                    Was diesen Indian Summer so besonders macht? Vielleicht, dass er nichts fordert. Er dr%u00e4ngelt nicht.%u00a0Er l%u00e4dt ein.%u00a0Zu manch einem Abend ohne Termine. Zu einem neuen Buch, dessen Seiten sich gut anf%u00fchlen. Zu Musik, die nicht laut sein muss, um einen zu ber%u00fchren. Zu einer Strickjacke, die schon ein bisschen ausgeleiert ist %u2013 und genau deshalb perfekt. Der Indian Summer bleibt nie lang. Aber vielleicht ist es genau das. Dass man ihn nicht planen, sondern erlebt, wenn man denn mag. Dass man die Farben sehen, die Luft riechen, das Licht sp%u00fcren darf, bevor es Winter wird %u2026Und nat%u00fcrlich zieht auch das Zuhause mit. Strickjacken h%u00e4ngen nun wieder griffbereit an der Garderobe, in den Schubladen duften Wollt%u00fccher und Schals nach Lavendel. In den Gesch%u00e4ften in der Bocholter Innenstadt entdecke ich beispielsweise handgegossene Kerzen in dunklem Glas, kleine Karten mit gepressten Bl%u00e4ttern, Vasen in denen Eukalyptus und Dahlien dekoriert sind.Wenn ich %u00fcber den Bocholter Wochenmarkt schlendere %u2013 was ich grunds%u00e4tzlich gerne tue %u2013 bin ich in den vergangenen Jahren oft an den St%u00e4nden mit den herbstlichen Blumenkr%u00e4nzen stehen geblieben. Sie sind wahre Kunstwerke. Oft warm in den OrangeRot oder Lilat%u00f6nen, voller Hagebutten, getrockneter Blumen und Gr%u00e4ser usw. Die Auswahl ist so toll und so sch%u00f6n und %u00fcberhaupt habe ich mich durch Artikel in Wohn- und Dekomagazinen in diesem Jahr, besonders inspirieren lassen, was diesen diesj%u00e4hrigen Blumenkranztrend betrifft. Bei Fashionshows werden solche Exemplare aktuell gerne als Kopfschmuck verwendet. Es sieht aber auch wirklich stark aus! Der Sohn einer Freundin w%u00fcrde jetzt sagen: LOVE IT %u2026 und was soll ich sagen? Ich liebe sie auch %u2013 und ich freue mich schon jetzt, den ein oder anderen Blumenkranz f%u00fcr unser B%u00fcro, den Esstisch, oder, oder, zu ergattern.Noch ein Tipp und vielleicht eine Inspiration f%u00fcr euch: Ich sammle auch wieder Dinge %u2013 wie fr%u00fcher. Eine Kastanie mit glattem R%u00fccken. Ein Ahornblatt, das aussieht, als h%u00e4tte es jemand mit Wasserfarben bemalt. Ich habe mir vorgenommen, sie mal wieder so wie fr%u00fcher zwischen dicke B%u00fccher zu pressen oder in ein Notizheft zu kleben. Kleine %u201eNaturgru%u00dfworte%u201c auf B%u00fcttenpapier mit ein paar Zeilen. Das kn%u00fcpft recht gut an die beiden Artikel aus den beiden vergangenen PANausgaben an, wie ich finde. Es ist sch%u00f6n, wenn Dinge bleiben. Und manchmal sind sie gar nicht gro%u00df %u2013 nur ehrlich. Papierliebe   Analoger SommerDer Indian Summer lebt von diesen kleinen Momenten. Vom Licht, das am sp%u00e4ten Nachmittag auf Hausw%u00e4nde f%u00e4llt. Vom Ger%u00e4usch eines Fahrrads auf feuchtem Kopfsteinpflaster. Von Gespr%u00e4chen, die l%u00e4nger dauern, weil man pl%u00f6tzlich inneh%u00e4lt.Genie%u00dft IHN, den INDIAN SUMMER 2025Lifestyle I 49
                                
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