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Portrait I 63Ein tiefgr%u00fcndiges Gespr%u00e4ch mit der Zahn%u00e4rztin Yvonne Funke%u00fcber Vertrauen, die %u00dcberwindung von %u00c4ngsten, die Magie einesechten Teams %u2026%u2026 dar%u00fcber, warum eine Praxis eher an ein Wohnzimmer erinnernsollte, %u00fcber Pferdest%u00e4rken, Dachzelte und die erstaunliche Wirkung eines Bounty-Riegels %u2026PrologAnkunft in der Herzogstra%u00dfe: Wer an einen Zahnarztbesuch denkt, hat oft sofort diesen typischen, sterilen Geruch in der Nase und das surrende Ger%u00e4usch von Bohrern im Ohr. Als wir an diesem Dienstagmorgen die Praxisr%u00e4ume in der Herzogstra%u00dfe 24%u201326 in Bocholt betreten, ist alles anders.Die Atmosph%u00e4re ist erstaunlich ruhig, die Farben sind warm und einladend. Es finden sich weder aufgereihte St%u00fchle in einem unterk%u00fchlten Wartebereich noch belehrende Informationsplakate an den W%u00e4nden. Stattdessen f%u00e4llt der Blick auf Kunstwerke %u2013 darunter eine auff%u00e4llige Hommage an Frida Kahlo. %u201eFrida Kahlo war eine sehr starke Frau. Das passt einfach%u201c, wird Yvonne Funke uns sp%u00e4ter erkl%u00e4ren Gemeinsam mit ihrer Schwester Ann Christin, einerKunstlehrerin, hat sie diese R%u00e4ume so gestaltet, dass sie eher an ein stilvolles Wohnzimmer erinnern als an eine medizinische Einrichtung.Yvonne Funke empf%u00e4ngt uns mit einem herzlichen L%u00e4cheln. An einem Ort, an dem zig Patienten pro Tag ein- und ausgehen (wie wir sp%u00e4ter erfahren), scheint sie tiefenentspannt zu agieren und alle Zeit der Welt zu haben. Begleitet wird sie von Jessica, ihrer rechten Hand f%u00fcr das Praxismanagement, die sich um alles von der Personalplanung bis zum Qualit%u00e4tsmanagement k%u00fcmmert. Wir setzen uns abseits des Behandlungsstuhls zusammen. Kein wei%u00dfer Kittel trennt uns. Es dauert nur wenige Minuten, bis klar wird: Hier geht es nicht einfach nur um Zahnmedizin. Es geht um den Menschen.Der Weg zur eigenen Vision: Vom Kinderzimmer in die Selbstst%u00e4ndigkeit War es immer schon dein Wunsch, Zahn%u00e4rztin zu werden, oder gab es Umwege? %u201eIch habe in der Grundschule schon gesagt, ich werde Zahn%u00e4rztin, und dabei ist es auch geblieben%u201c, erz%u00e4hlt Yvonne und lacht leise. Die Pr%u00e4gung kam nicht aus dem eigenen Elternhaus %u2013 ihr Vater war Ingenieur, die Mutter Buchhalterin mit einer Vergangenheit in der Gerichtsmedizin. Es war vielmehr die Freundschaft zur Tochter eines Zahnarztes. %u201eWir waren zusammen im Kindergarten und in der Grundschule. Nach der Schule sind wir oft zu ihrem Vater, Dr. Ulbricht, in die Praxis gegangen%u201c, erinnert sie sich. W%u00e4hrend die Freundin sich Spielzeuge aus der Kiste aussuchte, stand Yvonne fasziniert im Behandlungszimmer und l%u00f6cherte den Arzt mit Fragen zu den

