Page 18 - PAN_April2020
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   Liebe Zukunftsfreunde,
Die wahre Zukunft beginnt im Denken, in unserem Future Mind.
Diese Kolumne handelt von den mentalen Mustern, mit denen wir Welt und Wandel be- schreiben. Von der Art und Weise, wie unser Bewusstsein das Morgen erzeugt. Es geht darum, die Angst zu überwinden und unserem Zukunfts-Sinn neue Perspektiven zu er- öffnen. Für alle, die sich mit ihrem inneren Futuristen befreunden wollen...
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 BISHER ERSCHIENEN:
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Die Welt nach Corona
Corona: Eine Resilienz-Übung
Das Apokalypse-Paradox
Die Trump-Prognose
Willkommen im Greta-Zeitalter Die blaue Revolution
Wie man als Possibilist in die Zukunft schaut
Das große Aufräumen
Vertraue auf Natürliche Intelligenz Mein neues Buch
Meine Lieblings-Futuristen
Vom Wesen des Neuen
Zeitreise durch Trend- und Zukunftsforschung Klimakatastrophe
Das wahre Sprechen
Das Postdigitale Zeitalter
Über die Rückkehr der Bücher
Vom Wesen der Visionen
Positive Intelligenz
Die Re-Vision
Future Bullshit
Schnee von morgen
Die gehetzte Politik
Der Techlash ist da
Shut up, Alexa!
Meine Zukunftsfehler
22 – 21 – 20– 19– 18– 17 – 16– 15– 14– 13– 12– 11 – 10 – 09– 08– 07 – 06–
05– 04–
03– 02–
01 –
Loblied der Unsicherheit Meine Medien-Kur
Die Dünnwandige Welt Neurofuturismus
Die progressive Provinz
Das Tromsø-Phänomen
Zwei neue Trendwörter für 2018 Zukunfts-Irrtümer – Teil 1
Die Bartonomie (Bartonomics) Future Trends
Future Virtues
Im Zukunftsland
Die große Angststörung
Jenseits der Bösartigkeit
Die Talkshow-Dämmerung
Die zweite elektrische Revolution Next: Politik – Die Politik der Zukunft
Der künstliche Irrtum
Vom digitalen Maoismus zum Humanismus
Der Awfulizing-Trend
Die Irgendwos und die Dagebliebenen
Die wahre Trump-Lehre
push the bu􏰀on
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                                                     Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tip- ping Point.
Wir werden uns wundern, dass schließ- lich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesra- ten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fort- schritt half. Aber wir haben auch erfahren:
Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solida- risch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale In- telligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.
Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor
der Krise schien Technologie das Allheil- mittel, Träger aller Utopien.
Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten un- sere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?
Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.
Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsäch- lich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träu- men kann.
Heute im Herbst, gibt es wieder eine Welt- wirtschaft. Aber die Globale Just-in-Ti- me-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millio- nen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service-Einrich- tungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKA- Lisierung: Lokalisierung des Globalen.
Wir werden uns wundern, dass sogar die Vermögensverluste durch den Börsen- einbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Ge- müsegarten.
Könnte es sein, dass das Virus unser Le- ben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?
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Lebensart
































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